Inter"kontinental"

 

 

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Inter"kontinentalreise" - von Deutschland nach Dänemark

Pfingsten 2004 hatten wir unter uns aufgeteilt: Die erste Wochenhälfte gehörte dem "A-Team", die zweite war für uns reserviert:


von links: Manni, Ralf, Winnie und Dieter.

Unser Ausgangshafen war Burgtiefe auf Fehmarn. Damit jede Crew optimal auf ihre "seglerischen" Kosten kommt, haben wir eine Bootsübergabe in Rostock vereinbart. Damit musste kein Team "Hin- und zurück" segeln. Ursprünglich hatten wir eigentlich Schleswig-Holstein ins Auge gefasst, dazu hatte jedoch leider der Wind nicht mitgespielt. Was für uns jedoch nicht von Nachteil sein sollte, denn es warteten auch östlich von Fehmarn ein paar wundervolle Pfingstsegeltage auf uns:

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Tag 1: Pfingstmontag, 31.5. - Anreise
 

Pfingstmontag nachmittag - ca 16:30, eine kleine Truppe junger Männer hat sich seit etlichen Stunden auf die Reise gemacht, die Welt (des Segelns) kennen zu lernen.

Nun ist es so weit und sie laufen in Rostock ein - noch auf allen vier Rädern. Und da liegt sie: Unsere Yacht!

Nun: Wer denkt, wir würden uns mit der legendären Illbruck auf den Weg machen: Schade, schade, schade, aber das war nicht unser Glück. Sie lag nur am selben Steg wie unsere bescheidene, kleine Omega. (Weiteres dazu am Ende von Törnbericht Teil 1).

Da es heute schon relativ spät ist haben wir nur noch eine kleines und komprimiertes Programm vor uns:

- Alle sieben Sachen packen (vom Auto auf die Yacht)
- Kurze Einweisung in das Schiff
- Stadtbummel mit Restaurantsuche
- Erster Teil einer Sicherheitseinweisung
- Gemütlicher Ausklang des Tages

Morgen soll es dann aber zur Sache gehen: Manöverübungen auf der Ostsee.

Der Bummel durch Rostock erweist sich als äußerst interessant: Wie schon so oft an der mecklenburg-vorpommerschen Küste festgestellt, ist "der Osten" im Umbruch. Sehr viele schick renovierte Häuser, Straßen, Fassaden stehen unmittelbar im Gegensatz zu benachbarten oder teils sogar integrierten verfallenen Gemäuern.

Auf der Suche nach der Altstadt (nach meiner bisherigen Meinung in allen Städten immer ein Ort der Gemütlichkeit, Atmosphäre und netter Restaurants) müssen wir uns dieses Mal eines besseren belehren lassen: Die Altstadt von Rostock ist (zumindest am Pfingstmontag abend) mit zwei Worten am besten zu beschreiben: Tote Hose. Verzweifelt endet unser Rundmarsch und die Suche nach einem Restaurant wieder am Hafen. Als wir dort letztlich auf dem benachbarten Jahrmarkt eine Thüringer Bratwurst kaufen wollen und der Grill (um 20:00!!!!) schon gereinigt und der Feierabend eingeläutet wird stelle ich mir die Frage, wo sind sie alle, die lieben Rostocker und ihre Pfingstgäste?

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Tag 2: Dienstag, 1.6. - Übungstag
 

Nach einer geruhsamen Nacht machen wir uns dann auf den Weg, die Warnow Richtung Mündung in die Ostsee herunter zu fahren: Unser Ziel des heutigen Tages. Auf der Ostsee wollen wir erst einmal üben, bis die Crew fit ist für die nächsten Tage.

Auf dem Weg dorthin passieren wir etliche interessante Sehenswürdigkeiten, sowohl baulicher als auch schwimmender Natur.

Das imposanteste Exemplar ist wohl die Konstellation, die - wie wir am Abend noch erfahren sollen - wohl als Europas größtes Kreuzfahrtschiff gilt. Sie liegt am Ende unserer Warnow-Tour, schon kurz vor Warnemünde.

 

Ein letzter Blick auf Rostock:


 

Zum Üben gibt's nicht viel zu sagen. Wir hatten viel Zeit und die haben wir genutzt. Vom "Wenden bis der Arzt kommt" bis hin zum "Boje über Bord-Manöver" war alles dabei. Letzteres werden wir noch brauchen, wie der Törn zeigen wird. Offenbar waren wir nicht die einzigen, die übten: Die  Bundesmarine zeigte uns mal was sie hat und was sie kann:


klein, aber oho!

und flott:

Und noch mehr Leute üben: Von kleinen Motorbooten begleitet begegnen uns immer wieder kleine Pulks von Jollen. Unser Schluß: Hier muss eine sehr aktive Segelschule oder Vereinsarbeit am Werk sein. Dass es sich dabei um einen Trugschluss handelt werden wir später noch merken.

Nach einigen Stunden machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Warnow-Mündung, diesesmal allerdings rein in den alten Strom, um den Abend und die Nacht in Warnemünde zu verbringen.
Aus Richtung Rostock gibt es regen Schiffsverkehr: Zum einen die Fähren die nach Dänemark zur Insel Falster übersetzen, zum anderen den einen oder anderen Frachter.

In Warnemünde festgemacht schicken wir zunächst mal unser leichtestes Cre-Mitglied in den Mast: Manni muss herhalten. Die vorherige Crew hatte Problem mit dem Spifall, vermutlich klemmte die Rolle im Masttopp. So war es denn auch.

Manni hat die Gelegenheit genutz mal ein paar spannende Bilder aus der Vogelperspektive zu machen:

Und so sieht "Manni von unten" aus:

Wieder im Hafen war erst einmal was für den Magen angesagt:

Chefkoch des Tages war heute Winnie. Er bereitete uns sein hauseigenes Geheimrezept "Wundernudelpfanne á la Felder" zu.

Gemeinsam mit dem herrlich lauen Frühlingsabend, dem Ausblick auf die Gebäude am alten Strom und einer guten Flasche Rotwein geniessen wir den Ausklang des Tages.

Anschließend machten wir uns auf den Weg, die kleine Stadt zu besichtigen. Kein Wunder, dass so viele Sportschiffer hier herkommen: Die Atmosphäre ist wunderbar. Im alten Strom "trifft man sich". Offensichtlich besonders zu Pfingsten. Liegeplätze sind hier rar.

Bei unserem Besuch hatte allerdings "die kleine Stadt" mehr einen internationalen Flair: Kaum sind wir ein paar Schritte gegangen, da stehen wir (auf der anderen Seite unseres Steges) an einer Slipanlage mit unzähligen Jollen. Junge Leute aller Nationalitäten, von Asien bis Australien ist alles vertreten. Kaum ein Mensch spricht deutsch. Wir erfahren, dass hier morgen die 420er Weltmeisterschaft ausgetragen wird.

Nachdem wir die Brücke benutzt haben, um auf die andere Seite des alten Stroms zu kommen können wir den Seenotrettungskreuzer bewundern. Anschließend drehen wir "eine Runde" durch "die Stadt":


In der Dämmerung verlässt dann noch die Constellation den Hafen ...

... und bricht zu großer Kreuzfahrt auf - mit großem Hallo und Applaus. Begleitet wird "der dicke Pott" von einem Ausflugsschiff.

Anschließend senkt sich Ruhe über der Warnemündung. Für uns der Zeitpunkt, sich zurückzuziehen und den Tag mit einem Glas Wein und einem netten "Quätschchen" ausklingen zu lassen.

Morgen früh wird es heißen: Früh' los. Denn wir wollen die Ostsee überqueren. Dann geht es nach Gedser - wo die Fähren hinfahren - und von dort aus weiter nach Nystad. Aber dazu morgen mehr.
Gute Nacht!


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Tag 3, Mittwoch, 2.6. - Rüber ...
 

... soll es heute gehen. Nach Dänemark. Nachdem wir uns gestern so angestrengt eingespielt haben, wollen wir heute mal sehen, was wir denn so gemeinsam hinbekommen. Außerdem habe wir einen besonderen Tag: Unser Winnie wird 50! Das soll heute abend noch gefeiert werden. Aber zunächst erst einmal auf die Resie.

Die Überfahrt ist eine tolle Sache. Mit halbem Wind rauschen wir genüsslich Richtung Falster. Immer schön parallel zu den Fährlinien.

Am Südkap von Falster liegt Gedser, der Fährhafen. Der nächstliegende Yachthafen soll Gedser Marina sein. Da aber laut Hafenführer dort nicht viel los ist, wollen wir noch ein wenig weiter: Nach Lolland. Dort verspricht der Hafenführer mit dem Städtchen Nysted einen sehr schönen, kleinen Hafenort in einer Bucht.

Eine Überfahrt für Genießer:




Die Navigation in Richtung Nysted ist einfach (siehe auch die Karte oben). Von Gedser aus folgen wir dem Fahrwasser nach Westen - dicht betont, also kein Problem. Die Sucherei nach Tonnen geht erst später los, bei der Ansteuerung von Nysted. Der Revierführer schreibt allerdings, es kann schon sehr flach werden. Immer das Lot im Auge behalten, und darauf achten, dass man immer 6m Wassertiefe hat. So ein Scherzkeks: Gelegentlich teilt uns das Lot mit, dass wir deutlich auf die 4m zugehen. Also alles schön langsam und ruhig angehen lassen.

Land in Sicht! Winnie nicht "auf dem" aber "am Ausguck". Wir nähern uns der Buch von Nysted. Vorher müssen wir jedoch noch unser geübtes Boje-über-Bord-Manöver wiederholen. Denn einer den angebundenen Fender macht sich selbstständig. Prima Gelegenheit um zu sehen, ob wir alle schnell und korrekt reagieren können.

Grundsätzlich klappt alles ganz prima, nur Mannie holt sich ein paar nasse Füße, als ihn eine Welle erwischt während er noch auf der Badeplattform steht, um das "Opfer" an Deck zu holen.

Nach diesem kleinen Intermezzo sehen wir denn auch die Betonnung, die hier allerdings recht vereinzelt und zum Teil auch verwirrend verteilt ist.Da ist schon Obacht geboten, um zwischen den einzelnen roten und grünen Tonnen die jeweiligen Untiefentonnen korrekt einzusortieren.

In die Bucht fährt man regelrecht "um die Ecke" und mit einem Mal fühlen wir uns wie in einem verwunschenen Königreich - 'tschuldigung für diese blumige Ausdrucksweise. Aber selbst jetzt, nach ca. 5 Monaten wirkt dieser Eindruck noch nach. Also weiter mit der Schilderung: Die Bucht wird vom offenen Wasser durch eine kleine flußähnliche Zufahrt abgetrennt. Wenn diese durchfahren ist, öffnet sich die Bucht wie ein kleiner See. Gleich steuerbord liegt ein Mini-Yachthafen - wohl privat oder Verein. Das Fahrwasser selbst mündet in den eigentlich Yacht- und Fischerhafen. Der ebenfalls recht klein ist. Wir fragen uns wie das wohl hier im Sommer aussieht.


 Heute jedenfalls haben wir viel Platz:

Nachdem wir auf die exklusivste Weise festgemacht haben, die wir uns für so einen (Geburtstags-)Törn wünschen können machen wir uns auf den Weg zum Hafenmeister. Neben der Bringschuld (=unsere Liegegebühr zu zahlen) erkundigen wir uns nach einem Automobilmuseum voller Oldtimer, das es laut Revierführer hier geben soll. Und tatsächlich: In zehn Minuten sei es zu Fuß zu erreichen. Wir müssen uns allerdings beeilen, denn es schließt um 17 Uhr.

Leider war das Fotografieren im Museum nicht gestattet, daher hier nur die Ansicht von außen und ein kleine Mafioso-Gruppenbild:

Der Besuch muss allerdings unbedingt weiterempfohlen werden. Die Ausstellung ist erstaunlich groß. Insbesondere wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine private Sammlung der ansässigen Adligen Familie handelt. Ich habe wohl - glaube ich - noch nie so viele Oldtimer von Rang und Namen an einem Ort gesehen, vom Trabi bis zum Rolls Royce (und die aus verschiedenen Epochen) war alles vertreten. Ebenso viele Kuriositäten, wie ein Auto aus Holz, oder umgebaute Kutschen aus den ersten automobilen Jahren. Dumm für Segler sind halt nur die Öffnungszeiten.

Den Fußweg genießen wir, da wir die ruhige und besonnene Atmosphäre des kleinen Örtchens in uns aufsaugen wollen, etwas ausführlicher.

Da Winnie uns zu einem gemütlichen Abendessen anlässlich seines runden Festtages einladen möchte, machen wir uns auf die Suche einem Restaurant. Die Auskunft vom Hafenmeister ist eher mager: Es gibt zum einen das Hafenrestaurant und dann hat da wohl auch noch ein Franzose im Ort aufgemacht. Der soll wohl auch ganz gut sein. Er selbst allerdings, als Ortsansässiger, gehe gerne in das Restaurant am Hafen, es biete ein günstiges Preis-Leistungsverhältnis.

Wir nehmen uns schließlich vor, seiner Empfehlung zu folgen. Doch bevor wir jetzt noch irgend etwas anderes unternehmen gibt es erst einmal den klassischen "Anleger". Dieses Mal jedoch mit Stil und Würde: Immerhin geht es um Winnies Halbzeitparty. Also holt der Gute eine Flasche "ganz besonderes" aus dem Sack. Der edle Sekt, den Winnie uns kredenzt hätte man in Französien wohl eher Schampanjer genannt.

Anschließend erkundigen wir uns beim Hafenrestaurant und erfahren, dass es bis 22:00 geöffnet hat. Es bleibt also genug Zeit, um noch einmal durch den Ort zu bummeln. Und selbst dieser Spaziergang ist die Reise hierher wert: Die Idylle der kleinen Stadt grenzt schon fast an eine Filmkulisse. Jeder Straßenzug scheint uns sagen zu wollen: Hier gibt es nur eines, Frieden. Zahlreiche Fenster, durch die wir schauen können verraten uns, dass hier Künstler wohnen: Gedrechselte Holzteile, ein Fenster voller Pinsel, kleine Zimmer mit zahllosen Gemälden, sogar ein mit Farbe bespritztes Fahrrad an einer Häuserwand. Die Muse scheint hier Tag und Nacht ein und aus zu gehen. Erst am Stadtrand, den Blick an der Landstraße Richtung Horizont schweifen lassend kommt uns etwas bekannt vor: Die Brüder ALDI haben sich hier verewigt. Na prima, dann wissen wir zumindest, wo wir was herbekommen, wenn uns  noch ein Mangel überfällt.

Mittlerweile ist es Abend und wir machen uns auf den Weg zurück zum Restaurant. Dort angekommen (ca. 20:30) sagt man uns, dass es wohl heute nichts mehr wird mit dem Essen. Die Küche sei bereits geschlossen. Mist, hätten wir mal reserviert. Als wir der Chefin mitteilen, dass wir heute abend eigentlich den Fünfzigsten unseres Freunde feiern wollten hat sie noch mal beide Augen zugedrückt. Es ginge allerdings nicht mehr á la carte. Wir hätten die Wahl zwischen einem Fisch und einem Fleischgericht. Wir entscheiden uns für den Fisch. Zu Beginn gab es noch eine Runde auf Kosten des Hauses und eine Vorspeisenplatte mit hausgebeiztem Schinken, Dipp und allerlei anderen Leckereien. Mit anderen Worten: Nach anfänglichen Hindernissen war der Abend eine würdige Veranstaltung (auf Kosten Winnie's - Danke nochmals!).

Nachdem sich auf diese genussvolle Art und Weise der Tag geneigt hat machen wir uns auf den Weg zurück zum Schiff. Der Vollmond strahlt über der einsamen Bucht. Nebenan hat ein alter Zweimaster festgemacht. Wir sind also nicht alleine. Das muss man sich jedoch auf der Zunge zergehen lassen: Es ist Pfingsten, die "Sahneschnitte" für Ostseesegler. Und wir liegen hier in einem solch verträumten Ort ohne Gedränge und in Ruhe. Das ist Urlaub und Entspannung pur.

Nichts desto trotz müssen auch wir mal in die Koje, also heißt es jetzt ab und schlafen! Freuen wir uns auf den morgigen Tag.

 

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Tag 4, Donnerstag, 3.6. - ... und wieder zurück.
 

Bis auf unser armes Crewmitglied in der Achterkabine hatten wir alle eine wunderbare und ruhige Nacht. Durch den beständigen Südwind plätscherten die Wellen immer gegen den Spiegel, was zu einer kontinuierlichen Geräuschkulisse führte. Wohl dem, der Ohrstöpsel bei sich hat. Mittlerweile habe ich gehört, dass es Skipper gibt, die für diese Fälle eine Isomatte unter das Heck des Schiffs bändseln, das soll das Geräusch erheblich reduzieren.

Der herrliche Morgen, der uns weckt - und uns zudem verführt - an Deck im warmen Sonnenlicht zu frühstücken, lässt uns sowieso alles andere vergessen und nur die Atmosphäre dieses kleinen Fleckchens Erde zu genießen.

Die Brötchen, die wir am Tag zuvor beim Hafenmeister bestellten haben sind teuer, aber auch lecker. Vor der Kulisse des Schlosses derer von Aalsholm holt Manni seine Klampfe raus und wir schmettern noch ein paar Loblieder in die Bucht. Wenn das kein schöner Abschluss für Winnies Geburtstag ist, weiß ich es auch nicht.

Nichts desto trotz heißt es, sich auf den Rückweg zu begeben. Immerhin haben wir heute eine ziemlich lange Etappe von ca.  40 sm sm vor uns.

Um diesen Urlaub stressfrei zu beenden wollen wir uns heute abend auf Fehmarn einfinden. Dort soll es nach Orth gehen. Dann können wir morgen mit einem kurzen Schlag rüber nach Burgtiefe um abschließend in aller Ruhe klar Schiff zu machen und heim zu fahren.

Also machen wir uns fertig: Alles klarieren, Leinen los und ab nach Hause:


Ein letzter Blick auf den Fischerhafen ...

... und wehmütigen Herzens machen wir uns auf den Heimweg.

Wir verlassen die Bucht durch die kleine Öffnung wieder "nach draußen". Dort begrüßt uns gleich einer der größten Windparks der dänsichen Südsee und wir wissen: Die Zeit des Träumens hat ein Ende, die Zivilisation hat uns wieder. Ok, ein bißchen dick aufgetragen, aber wer einmal hier war oder noch hierherkommmen wird, kann unsere Stimmung mit Sicherheit nachvollziehen.

Ein letzter Blick zurück und jetzt geht es nur noch nach Hause. Zunächst in direkter Südrichtung auf die östliche Begrenzung des Windparks zu. Auch hier ist wieder Tonnensuchen angesagt. Die dänischen Tonnen sind doch um einiges kleiner, als wir es von der deutschen Ostseeküste gewohnt sind. Dabei ist es hier ungemein wichtig, sich an die Tonnen zu halten, denn das Wasser ist nach Süden durch eine breit gezogene Barre unter Wasser, den Rødsand, von der Ostsee getrennt. Und es gibt nur eine schmale Stelle an der man mittendurch kann. Wer aber aufmerksam sucht und schaut hat kein Problem nach der Betonnung durch den Rødsand auf die Ostsee zu kommen. So geht es uns auch. Im Nachhinein kann man sagen, dass es empfehlenswert ist, den Kurs beim Blick nach Süden an der östlichen Begrenzung des Windmühlenfeldes auszurichten. Das darf natürlich nicht dazu führen, den Blick in die Karten und auf die Untiefentonnen zu vernachlässigen.

Über den Rückweg gibt es nicht viel zu erzählen. Wir sind gut genug durchgekommen um noch den geplanten Abstecher nach Orth zu machen. Zum Abend hin wurde es allerdings mit dem Wind ziemlich flau. In der Bucht vor Orth mussten wir denn auch den Diesel zuschalten. Der Anblick des traumhaften Abendhimmels rundete jedoch diesen fantastischen Ausflug mehr als perfekt ab.

Abends haben sich dann die noch immer unermüdlichen - genauer gesagt Manni und ich - auf den Weg gemacht, das Piratennest zu besichtigen. "Piratennest" ist die zentral am Hafenbecken gelegene örtliche Skipperkneipe oder -bar.

Eigentlich wollten wir nur noch ein Bier zu uns nehmen und dann zurück in's Schiff und in die Koje fallen lassen. Da wußten wir nur noch nicht, dass hier heute Live-Musik angesagt ist. Mittlerweile drängt sich die berechtigte Vermutung auf, dass dies in allen möglichen Ostseehäfen um Pfingsten der Fall ist. Wie auch immer, aus dem einen Bier wurden zwei und als wir uns endlich in die Koje begaben war es dann auch wieder 1:00.

Das flotte Duo im "aufregenden Matrosen-Look" kam allerdings aus dem Sauerland und nicht von der Küste, wie man denken könnte. Das hat sie jedoch nicht daran gehindert, die Shanties und Beatlesongs knackig umzusetzen. Die Wirtin quittierte denn auch das Programm mit einer Runde Wunderkerzen:

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Tag 5, Freitag, 4.6. - Ein kurzer Schlag und Tschüss
 

Der letzte Tag ist schnell geschildert: Ein letzter Schlag von Orth zurück nach Burgtiefe, Schiff klarieren und ab nach Hause.

Am Ende des Törns muss man feststellen, dass wir eine ganze Menge als Crew gelernt haben. Es ist toll zu sehen, wie man sich in so kurzer Zeit auf einander einspielen kann.

Allerdings verbleibt dieses Mal das Segeln selbst ein wenig im Schatten gegenüber der herrlichen Entspannung in Nysted.

Wir kommen wieder!

Was bisher geschah ... (hier geht's zum Pfingsttörn, Teil 1)

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Stand: 18.09.09