Absegeln 2003

 

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Absegeln 2003
Mit der Omega die Ostsee südlich von Fehmarn kennen lernen

Für die meisten ist die Saison bereits zu Ende - für uns hört der Spaß noch nicht auf. Mit drei nervlich vorbereiteten Männern machen wir uns auf, in der Ostsee das Fürchten zu lernen - zumindest, wenn man der Fachliteratur glauben darf soll ja wohl April und Oktober schon die etwas anspruchsvollere Zeit zum Segeln in diesem Revier sein!

Und wieder sind wir ein völlig neues Gespann. Mit von der Partie waren:

Ralf "Seh-Hund" Gauselmann - unser lebendes Tonnen-Suchgerät See-Wolf(gang), der sich am letzten Tag noch zu "Captain Hinkebein" verstümmelte Und natürlich, wie sollte es anders sein, Skipper "Hängepaul" Ralf


Unser Vierter im Bunde musste leider aus Termingründen absagen: Olli K. Schade Olli, Du hast uns sehr gefehlt. Wir nehmen uns aber zu diesem Zeitpunkt fest vor das Beste daraus zu machen und zwischendurch immer an Dich zu denken.

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Erster Tag (Samstag, 18.10.2003)
Manöver üben - Vorbereitung ist die Mutter allen Ankommens.
 

Im Gegensatz zu den vorherigen Törns (man lernt schließlich dazu), haben wir uns dieses Mal vorgenommen, die Route nicht so fürchterlich früh vorzuplanen - nein stattdessen wollen wir einfach mal sehen, wohin uns der Wind so treibt: Nordwesten oder Südosten? bzw. anders ausgedrückt: Dänische Südsee oder Neufünfländer?

Nach einer unerwartet stressfreien Anreise: Kein einziger Stau auf der A1 vom Ruhrgebiet in den (halb-)hohen Norden sind wir weit früher da, als geplant: 12:30 Ortseingang Burg auf Fehmarn. Also genau dort wo sich früher Hase und Igel Gute Nacht gesagt haben. Heute sind Hase und Igel allerdings zu Aldi und Lidl mutiert. Also nutzen wir einfach die gewonnene Zeit, um schon mal vorab das zu bunkern was noch fehlte.

Während wir zwischen den Regalen suchend lang wandern und dabei den Ernährungsplan den Angeboten anpassen verstreicht die Zeit schneller als geahnt. Nachdem wir mit den, weitaus höher als geplant, befüllten Einkaufswagen die Ziellinie der Kasse durchfahren haben sind neben dem Zeitpuffer auch die Reserven in unserer vorab befüllten Bordkasse aufgebraucht.
 

Ein Grund mehr also, schnell den Weg in Richtung Hafen Burgtiefe einzuschlagen. Dort wird neben der Ware auch unser mitgebrachtes Hab und Gut ausgepackt und an Bord transportiert.


Und da liegt sie: Die Omega. In zunehmender Einsamkeit, denn die auslaufende Saison hat deutliche Spuren im Hafen hinterlassen. Nur noch die vereinzelten Yachten der Hardliner oder derer, die ihren Schatz evtl. im Wasser überwintern lassen, sind noch vertreten.


Nachdem wir alles gepackt haben, schlagen sich die Erfahrungen unseren Pfingstörns nieder: Unser erster Tag gehört neben der obligatorischen Sicherheitseinweisung ausschließlich dem Üben von Manövern. Einfach ein notwendiges Eingeständnis an eine neu zusammengestellte Crew. Wir wissen es zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber schon in zwei Tagen werden wir froh sein, so begonnen zu haben.

(Für die Leser, die sich mit Hilfe von Törnberichten auf eigene Törns vorbereiten findet sich am Ende auch noch ein Link auf eine äußerst hilfreiche Checkliste zur Sicherheitseinweisung der Crew)

Den verbleibenden Rest des Tages verbringen wir dann mit praktischen Übungen auf der Ostsee. Eigentlich wollten wir ja nur mal kurz über die Hafeneinfahrt hinaus schnuppern, ob der Wind uns denn freundlich gesonnen ist. Dann war es doch so schön, dass wir jeden Atemzug der untergehenden Sonne ausnutzen mussten - es ging einfach nicht anders ;-)


Drei Männer, die es wissen wollen: Beim Üben, Durchatmen und Genießen:


Von oben nach unten: Ralf G., Ralf S. und Wolfgang S.

 

Wie schon gesagt: Bis zum Sonnenuntergang. Aber bevor es dunkel wurde, haben wir uns dann doch lieber auf den Heimweg gemacht.

 

Das Ufer von Burgtiefe ist deutlich erkennbar, besonders natürlich auch die - sogar als Landmarke in der Karte verzeichneten - (alb)traumhaften Touri-Bunker. Relativ deutlich in der Mitte zu erkennen - wirken hier eher wie Silos, aber so ist wohl leider auch die Realität. Wer direkt drauf zu hält verpasst die erste Tonne des Fahrwassers nach Burgstaaken/Burgtiefe ein wenig auf der Backbordseite:

 
Zwei Mann und "viel Mee(h)r":



Der Tag wurde dann somit doch länger als wir gedacht hatten. Was aber für alle Beteiligten nur gut war: Wir hatten sowohl viel gelernt und geübt als auch viel Spaß gehabt. Blieb am Abend nur noch das Essen fassen und ein wenig Törnplanung.

Da wir nicht sicher sein konnten, was uns das Wetter bringen würde, hatten wir uns darauf eingestellt, die Richtung am kommenden Morgen festzulegen und diskutierten nur noch darüber welche Richtung uns denn wohl besser gefallen würde.

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Zweiter Tag (Sonntag, 19.10.2003)
Von Burgtiefe nach Grömitz

 

Aufstehen Leute, der Tag kommt, und: Wie wird das Wetter? Die Zeit passt leider nicht ganz: Das Wetter-Orakel "Delta-Pappa-Null-Sieben" (UKW Kanal 24) haben wir gerade verpasst. Kommt erst wieder um 0845. Also raus aus dem Kahn und die Lage peilen:

Na! Sieht das gut aus? Nein! die Wolken bereiten mir schon ein wenig Kopfzerbrechen. Was machen wir mit einer Crew von drei Leuten, wenn das Wetter wie angedroht so echt Herbstmäßig stürmisch wird?
Genug gegrübelt: Wollen wir erst einmal frühstücken und dann los!


Kaum aus der Hafeneinfahrt raus können wir uns auch ein einigermaßen realistisches Bild machen (s. oben): Es sieht harmlos aus.

Keine Seemeile weiter wandelt sich unsere Sorge um eine steife Brise denn auch mehr der Sorge, ob wir heute überhaupt zum Segeln kommen. So mutmachend auch die durchbrechenden Lichtstrahlen durch die Wolkendecke erscheinen um so frustrierender wirkt sich die Wasseroberfläche auf des Seglers Gemüt aus:


Nachdem wir dann feststellen müssen, dass nicht nur wir unsere Mühe und Not haben, sondern sogar die Windkrafträder keinerlei Veranlassung sehen ihren Job auszuüben, ist uns klar: Heute setzen wir maximal unsere "Unterwasser-Genua".

Wirklich kein schöner Anblick für einen motivierten Skipper, der sich vorgenommen hat den anderen mal zu zeigen, wie schön es ist sich von Wind und Wellen treiben zu lassen.
Hier kann von Treiben nun wirklich keine Rede sein:

Nun gut: Da der Wind sich nun schon seit Stunden strikt weigert uns die Entscheidung abzunehmen, müssen wir wohl selbst die Sache in die Hand nehmen. Wie wir uns schon zuvor mit einheimischen Skippern beraten hatten, könnte es zu dieser Jahreszeit sinnvoll sein sich für eine Nord-Süd-Route zu entscheiden. Die vorherrschenden Winde sind in der Regel westlich oder östlicher Natur. Um also nicht bei der Rückreise gegenan zu müssen nehmen wir somit Kurs auf Grömitz.

Die Windstille bringt uns zudem noch auf die Idee alles weitere zu üben und zu lernen, was wir bisher noch nicht gemacht haben: Reffen bis der Arzt kommt, Vollkreise fahren (mach mal eine Halse ohne Wind und das auch noch so, dass ein Einsteiger was dabei lernt) - na ja, wir machen ja auch keinen Didaktik-Lehrgang.

Ach ja, und dann war da noch Kollege Autopilot. Den mussten wir erst einmal überreden, bis er seinen Dienst aufnahm. Offensichtlich waren die Kontakte des Steckers oxidiert. Nach einigen Aus- und Einstöpselversuchen war er dann willig, seinen Dienst aufzunehmen.

Gelegentlich kam immer noch eine feine Brise auf, so ungefähr mit 0.001 Beaufort, dann haben wir natürlich die Segel gesetzt. Nur um sie nach ca. 1/2 Stunde wieder zu bergen.

So verbrachten wir auf diese Weise also den lieben (über-)langen Tag. Und kamen als gut eingespielte und ausgeklügelte Crew am frühen Nachmittag in Grömitz an.

Hier wartete die nächste Enttäuschung auf uns: Sonntag Nachmittag und der Hafenmeister hat frei (seit 12:30! Tolles Leben). Also weder Schlüssel für Toiletten noch Duschen. Da hätte man sich so gemütlich in den Abend begeben können, aber nein. Das war halt wohl nicht unser Tag.

Der Rest des Tages ist schnell reflektiert: Strandpromenade, Spaziergang zum Stadtrand, viel zu teure und "schon länger frische" Fischbrötchen, Törnplanung an Bord und dann Gute Nacht!
 


W & R ist es gelungen uns ein genüssliches Mal zu bereiten.

 

 

Wirklich prima - gemütlich und entschädigend war der Abend an Bord:

 


Und wenn auch nicht ganz stilecht: Der "Traubensaft" schmeckt trotzdem gut.

Abschließend wurden die beiden zum Dank dazu verdonnert, die Route für den kommenden Tag zu planen: Da wir uns ja eh bereits nach Süden bewegt hatten, kam für uns somit die dänische Südsee nicht mehr in Frage. Ich war der einzige, der gerne mal Lübeck besucht hätte. Und nach näherer Betrachtung musste ich zugeben, dass mehr als 30 Meilen durch die Trave auch nicht gerade ihren Reiz haben würden. Neustadt wäre uns zu nah - das lohnt ja kaum.
Ergebnis unserer Beratung war dann die Annahme, dass die beste Mischung aus Entfernung, Richtung und nettem Ort für uns Wismar heißen könnte. Gesagt, getan, machen wir also die Routenplanung für Wismar fertig:



Nach getaner Arbeit ein letzter guter Schluck und ...

... das Ende des Abends: Nicht mehr wirklich fit - also ab in die Koje!

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Dritter Tag (Montag, 20.10.2003)
Von Grömitz nach Wismar - ein wilder Ritt.

 

Guten Morgen! Grömitz sieht nicht gerade lebendig aus. Die Nachsaison lässt grüßen. Toiletten sind nach wie vor verriegelt. Mit etwas Glück schafft es Ralf hineinzuschlüpfen, als jemand heraus kommt. Ich selbst benutze dagegen die weiter entfernt liegenden öffentlichen Toiletten - an Duschen nicht zu denken.

Zurück am Steg entdecke ich einen Gruß vom Hafenmeister an der Bugreling: Wir möchten uns doch bitte mal in seinem Büro melden. Prima! 20 Stunden früher wäre der richtige Zeitpunkt gewesen. Na gut, wir wollen ja nicht die Zeche prellen und ich mache mich somit auf den Weg zu ihm. Klage mein Leid um die versäumten Duschgelegenheiten und dass es ja ohnehin schon so hart sei, bei diesem Wetter unterwegs zu sein - aber der Mann bleibt eisern: Kein Erlass und auch keine Reduzierung irgendwelcher Gebühren. Nein statt dessen kommt sogar die Begründung: Ja eben, weil es so kalt ist wird ja auch mehr an Bord geheizt, darum kann ja nichts billiger werden.
Ok, ok, ich scheine meinen Meister im Verhandeln gefunden zu haben und berappe die stolze Summe von € 12,50 für einen Liegeplatz ohne Duschen und Toiletten! (Na ja, von irgendwo muss ja das Geld für den polierten Kunststein auf der Strandpromenade kommen).

Wir lassen uns den Tag jedoch nicht verderben sondern frühstücken gemütlich und wollen uns auf den Weg machen. Ein Blick aufs Wetter: Sieht nicht wirklich toll aber auch nicht schlimm aus. Immerhin windet es mittlerweile ein wenig. Leider lässt heute Delta-Pappa-07 nichts von sich hören und wir bleiben über die zukünftigen Wetterentwicklungen im Ungewissen.
 

Ein erlebnisreicher Schlag nach Wismar!

So machen wir uns dann auf den Weg. Raus aus dem Hafen und Kurs 110° bei Wind NNE.

Keine Stunde auf dem Wasser, da müssen wir zugeben, dass der Wind ordentlich zugelegt hat. Aus den anfänglichen 4 bis 5 Bft ist eine deutliche 6-7 geworden, in Spitzen sogar acht. Ich stehe am Ruder und die beiden Jungs sitzen backbord auf der Kante, als ich gerade noch hinter ihnen eine beachtliche Mauer anrollen sehe. Sprachlos vor Überraschung sehe ich nur noch wie die Welle genau über unseren Köpfen bricht, danach sieht man nur noch Wasser - und fühlt es sehr deutlich. In unweiser Voraussicht hatten wir unsere Anzüge noch nicht bis oben zugeschnürrt. Für das Wasser war das die willkommene Gelegenheit, sich den Weg bis zu unserer Unterwäsche und hindurch zu bahnen. Wolfgangs "trockener" Kommentar: Macht doch nichts, wir müssen nur warten, bis es warm wird. Mittlerweile sind etliche Sekunden vergangen, ich stehe noch knietief im Wasser in der Plicht, schaue mich um, ob noch alle an Bord sind - ist auch so, also kein ernstes Problem. Leider hatten wir auch noch das Schott zum Niedergang aufgelassen, tja,  da unten musste ja sowieso mal gewischt werden.


Insgesamt hat uns die Situation jedenfalls überredet uns dann doch mal etwas seefester zu vermummen. Rettungswesten und Sicherheitsleinen sind bei der Windstärke ja ohnehin kein Diskussionspunkt, oder?

Als Skipper muss man ja mal so gelegentlich an den Kartentisch um einigen seemännischen Standards zu frönen, als da wären Logbuch führen, Kurs kontrollieren etc.
Die geneigten Leser, die nun schon einige der Törnberichte hier gelesen haben, wissen dann auch schon was jetzt kommt: Es dauerte keine weitere Stunde, bis der Skipper (ich ;-( ) mal wieder seinem Hobby nachging: Fische füttern. Leider haben dieses mal auch die bewährten Vomex-Zäpfchen nicht Ihren Dienst erfüllt. Die Kombination aus bis zu 2m Welle, Niedergang rauf und runter und Arbeit am Kartentisch war wohl doch zu viel.  Zum Glück ist Wolfgang, als erfahrener Motoryachtler ein vollwertiger Ersatz am Ruder und ich kann mich somit ausschließlich auf mein "Hobby" konzentrieren.

Ganz ehrlich: Ich weiß auch nicht, warum ich das immer noch freiwillig mache. Doch - ich weiß es wohl: Weil Segeln einfach unglaublich g*** ist.

Nach weiteren ca. zwei Stunden bemerkt Ralf G., unser Seh-Hund (woher der Name kommt, wird später noch erläutert) ziemlich trocken: Sag' mal, das Land war aber vorher doch nicht so nah. Das ist mein Stichwort: Endlich weg von der Reling und mal wieder runter an den Kartentisch. Als ehrgeiziger Navi-Spezi habe ich es bis jetzt auf diesem Törn vermieden, das GPS zu benutzen. Unter der aktuellen Kombination aus Wetter, dichter kommendem Land und der abnehmenden Wassertiefe (6m und weiter fallend), werde ich weich und werfe einen Blick auf das GPS.

Wie man der Karte deutlich entnehmen kann, war der Blick auf das GPS nicht verkehrt. Der kontinuierlich kräftige blasende halbe Wind hatte uns gehörig weg gedrückt (südlicher Knick der roten Linie). Eine genaue Analyse am Abend ergab eine Abdrift laut Karte von bis zu 15°.

Gut! In dieser Situation haben wir nicht lange gefackelt, sondern die Maschine angeworfen und sind mir nichts, dir nichts, auf Nordkurs gegangen. Das Wetter bot uns schließlich keinen Grund, hier zu bleiben weil es so schön wäre und kreuzen wollten wir auch nicht. Ganz im Gegenteil, in uns kam immer mehr der Gedanke auf, warum denn auf dieser Strecke keiner Raststätten, wie an einer Autobahn gebaut hätte. Und nach Wismar würde es doch noch soooo lange dauern.

Wer die Route auf der Karte genauer ansieht, wird dann auch  noch feststellen: Wenn wir etwas weniger nach Norden gefahren wären, hätte wir Wismar um einiges schneller erreichen können. Na ja, wir wollen uns halt noch steigern können ;-)


Nach weiteren 1,5 Stunden machen wir also kehrt vom Nordkurs mit Richtung auf die Ansteuerungstonne Timmendorf O-Tief (WP322). Dann sehen wir endlich das erste Loch im Himmel: Hoffnung keimt auf!


Und jetzt kommt die Sternstunde für unseren "Seh-Hund". Denn zur Anreise nach Wismar gibt es wirklich viel zu gucken. Und das macht richtig Spaß. Mittlerweile ist das Wetter auch wieder verträglich geworden. Bei 4-5 Bft. machen wir uns auf den Weg, die Tonnen zu suchen, zu finden und ihnen zu folgen. Leider kann man die Route nicht mehr in einfachen Bildchen hier im Web abbilden. Daher: Wer es genauer sehen will kann hier klicken - lohnt sich. Die Tonnen stehen in so einem großen Abstand, dass man schon eine sehr klare Sicht braucht, um mehr als drei auf einmal erkennen zu können. Außer unserem Ralf: Er hat gleich 4-6 gesehen. Daher hieß es dann nach jedem Richtungswechsel: Ralf! Wo sind die Tonnen? Such!

Ralf hat einen Super-Job gemacht und so ist der Rest schnell erzählt:
 

Nach einer guten Stunde ist Wismar in Sicht. Die Ansteuerung nach den Tonnen ist kinderleicht - erst recht bei dem Wetter. Mit Hilfe des NE-Windes segeln wir seelenruhig in den sehr ausgedehnten Hafenbereich.
Unterwegs vorbei an einem rieseigen Berg aus Holz. Neben der Tatsache, dass die gelöschte Ladung sicherlich noch weiter transportiert wird, werden wir morgen erfahren, dass es auch in Wismar einen beträchtlichen Bedarf an Holz gibt - man darf gespannt bleiben ;-)
Hier geht's dann um die Entscheidung: Alter Hafen, Handelshafen oder was darf's sein. Wir fahren zunächst geradeaus, in den Alten Hafen, dort findet sich aber nicht die gewünschte Infrastruktur. Die korrekte Entscheidung lautet: Backbord. Dort gibt es am Ende des Hafenbeckens, hinter einer Werft auch einen kleinen Yachthafen.
Nach dem Festmachen wird erst einmal durchgeatmet, ein Anleger eingeworfen und dann das noch verbliebene Ostseewasser aus WC und Bilge entfernt.



Und so geht ein wirklich aufregender Tag zu Ende. Die nassen Klamotten (bis hin zur Unterwäsche) dekorieren unser Schiff und zeigen dem Rest der Welt (immerhin liegt noch sage und schreibe ein weiteres bemanntes Schiff im gesamten Hafen!) dass hier wirkliche Männer an Bord sind ;-)

Klar ist uns auch, dass wir morgen wohl mal keinen Schlag wagen werden:
1. Haben wir heute Respekt vor Wind und Wellen gelernt und
2. Wollen wir ja Urlaub machen und das heißt auch "entspannen".
Was noch zu beweisen wäre ist, ob sich Wismar dazu eignen wird.

Mit dem Hafenmeister fängt es jedenfalls schon gut an: Er sieht uns an, schaut auf den Himmel und schon ist alles klar: Mieses Wetter, arme Jungs, da muss man nachlassen. Für sage und schreibe 8 Euro genießen wir heute mehr Komfort als in Grömitz: Ein netter Hafenmeister, beheizte Toiletten und alles schön sauber.

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Vierter Tag (Dienstag, 21.10.2003)
Entspannen ist angesagt: Ein Hafentag in Wismar

 

Guten Morgen! Ein Blick in den Hafen zeigt:
1. Der Wind schläft noch - gut so, denn heute wollen wir ja schließlich einen Landgang einlegen.
2. Die wirklichen Männer waren nicht wir, sondern die auf dem anderen Schiff: Die sind schon wieder unterwegs. Jetzt liegen wir endlich alleine im Hafen (die zwei, drei anderen Schiffe warten wohl nur noch auf den Kran, der sie dem Winterlager näher bringt).

Und dann ist da noch eine dritte Sache: Kein Strom. Ein Blick hinter das Toilettenhäuschen zeigt uns die mögliche Ursache: zwei Bagger tummeln sich vergnügt in einem Schacht. Die Frage an einen der Bauarbeiter nach einer möglichen Erklärung für den Stromausfall wird allerdings schnell abgeblockt: Fragen Sie mal die da sagt's und zeigt auf die Arbeiter der gegenüberliegenden Baustelle.

Wichtigste Quintessenz ist die Erkenntnis: Wismar tut was für die Infrastruktur.
 
Der Skipper am Werk: Heute machen wir reinen Tisch. Danach geht's los - nein, vorher noch mal Wetter abhören. Aber: Wieder kein Delta-Pappa, schade aber auch. Nun gut, wir wollen ja auch nicht segeln.

Wenn alles fertig ist, machen wir uns Stadtfertig und auf den Weg. Mal sehen: wenn wir zurück kommen ist ja möglicherweise auch der Strom wieder da.

Bis dahin gibt es erst einmal viel zu sehen, also los, bummeln wir gemeinsam durch Wismar:


Der Marktplatz - was für ein Glück, heute ist auch noch Markttag!


Dank des Markttages gibt es dann auch gegen Mittag eine "echte Thüringer"

 
Die zentrale Wasserstelle: Hier wurde früher tatsächlich an die Bürger Trinkwasser ausgegeben. Dummerweise war da jedoch häufig nicht viel zu holen, da die Hauptabnehmer - die ortsansässigen Brauereien - schneller, und durstiger waren.
Na ja, man muss eben Prioritäten setzen.

   


Getreu dem Motto: Heute bleibt die Küche kalt, machen wir uns am späten Mittag auf die Suche nach einer geeigneten Restauration.

Und das ist wirklich schwierig, da Wismar mit den diversesten Varianten von Restaurants, Gaststätten usw. gesegnet ist.

Der Markplatz hat bei dieser Suche den Vorteil, dass man die Preise und Angebote prima vergleichen kann, denn die meisten Restaurants sind gleichmäßig um den Platz verteilt.

Erstaunt sind wir nur über das Preisgefälle: 100% Unterscheid sind keine Seltenheit, haben wir zumindest zweimal entdeckt. Am Ende entscheiden wir uns für "den Seestern" am Marktplatz, denn dort gibt es günstige leckere Hausmannskost, wenn man der Tageskarte glauben darf. Am Ende essen wir jedoch Fisch, denn nach einem ausgedehnten Blick auf die Karte können wir dem verlockenden Angebot im Preis-/Leistungsverhältnis nicht mehr widerstehen.


Was wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wissen, ist dass die Überraschung des Tages noch auf uns wartet und zwar im Alten Hafen, genauer gesagt, hinter dieser Tür:

Was kann das wohl sein, fragt sich da der geneigte Leser. OK, wir waren da klar im Vorteil, denn vor der Tür stand ein Schild mit Beschreibung und der Einladung, doch mal hereinzuschauen:


Eine Tafel informiert über einige markante Daten zum Nachbau der Kogge.
Wer mehr Informationen aus erster Hand haben möchte kann einfach
diesem Link folgen: http://www.archaeologie-mv.de/kogge/index.php

Bei dem Objekt handelt es sich um eine alte Handelskogge, die nun seit bereits mehr als drei Jahren nach althergebrachten handwerklichen Verfahren gebaut wird. Die "Werft" ist eine schlichte Leichtmetallhalle, die - wenn die Kogge fertig ist - zuerst abgebaut wird, dann steht das Schiff im Freien.
 

Wir hatten das große Glück, von einem der Zimmerleute durch die Baustelle geführt zu werden. Hier ein paar Bilder davon:


Jetzt wissen wir wenigsten, wofür das ganze Holz
an der Hafeneinfahrt gedacht war ;-)



Dieses Monstrum wird einmal der Mast, wenn er (natürlich ebenfalls von Hand) ordentlich bearbeitet ist.
Es ist ein 32 Meter langes Monstrum, handverlesen aus dem Harz.
Und zwar das zweite Exemplar, ein erster ist während des Transports hopps gegangen.

So macht Bootsbau Spaß - zumindest dem Betrachter, was die Schmiede, die bisher 60000 Nägel handgearbeitet haben, davon halten, wollen wir vielleicht gar nicht wissen.

Abschließend erfahren wir, dass die Kogge Ende 2004 fertig gestellt sein soll. Pfingsten 2004 wird sie allerdings bereits zu Wasser gelassen. Damit ist unser nächster Törntermin zumindest schon mal festgelegt!
 

Abends machen wir noch mal ein paar "Meilen" in der Stadt und suchen nach einer guten Gelegenheit für ein weiteres preisgünstiges Abendesse - herzhaft soll es sein. Dieses mal kein Fisch.
Fündig werden wir im Brauhaus in Hafennähe, direkt hinter dem Stadttor zum Alten Hafen.
Auch hier sind die Preise unschlagbar und das Essen lecker.

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Fünfter Tag (Mittwoch, 22.10.2003)
Von Wismar nach Heiligenhafen

 

Nach einem Tag Pause kann es nun mit neuer Energie losgehen. Unser neu angelernter Navigator macht sich Energie geladen daran, die Route nach Hause zu planen. Da wir jedoch noch genug Zeit haben geht es natürlich nicht direkt nach Fehmarn sondern zunächst mal nach Heiligenhafen.
Diese Maßnahme soll uns dicht an unseren Heimathafen bringen - für den Fall, dass das Wetter wieder heftiger wird.
 
Kaum abgelegt wirft unser "Seh-Hund" noch ein paar Blicke zurück.

Dabei kann Wismar seine industrielle Vergangenheit wahrhaftig nicht verbergen.


 


Dann geht es gleich wieder - immer den Tonnen nach - zügig in Richtung Heiligenhafen.

Bis wir den freien Seeraum erreichen geht es auch prima. Dann zieht sich langsam schon wieder was am Horizont zusammen:

Was wirklich Spaß gemacht hat war dabei die Tatsache, dass es uns tatsächlich gelungen ist, immer schön vor oder zwischen Fronten zu segeln - bis die Fehmarnsund-Brücke in Sicht kam.
Dann hat es uns erwischt, und das gleich richtig. Zwar mit erträglichen Windstärken um die 6 Bft. aber dafür mit satten Hagelkörnern. Glücklicherweise dauerte der Spuk nicht allzu lange.

Nachdem wir die Brücke passiert hatten konnten wir es denn auch nicht mehr erwarten, endlich in den Hafen einzulaufen.

Hier gab es denn auch noch mal ein kleines navigatorisches Hindernis: Die Dämmerung war mittlerweile so weit fortgeschritten, dass wir die Untiefen-Tonne vor der Haufenzufahrt nicht fanden. Für das Sektorenfeuer war es dagegen anscheinend noch zu früh oder zu hell. Jedenfalls konnten wir bei allem Suchen mit und ohne  Fernglas keinerlei rotes, weißes oder grünes Licht finden, dass uns die Ansteuerung des Heiligenhafeners Fahrwasser erleichtern würde.

Gut, wir hatten ja unseren "Seh-Hund", aber selbst der war dieses Mal machtlos. Also haben wir uns vorsichtig, unter ständiger Beobachtung des Echolots, angepirscht. Und: Kaum dass wir die östliche Untiefentonne vor dem Fahrwasser gefunden hatten, sprang dann auch, wie auf Kommando das Sektorenfeuer an - na prima, jetzt brauchten wir es auch nicht mehr.


Die verbleibende Ansteuerung nach Heiligenhafen ist durch die beiden Richtfeuer ein Kinderspiel (auf dem Foto sehr schön zu sehen)
:

Der über Tag aufgekommene Wind blies mit satten 6 Windstärken von Norden, auch um diese fortgeschrittene Tageszeit. Mit diesem Wind querab in eine der Boxen zu fahren haben wir genau einmal versucht. Danach war uns klar: Wir brauchen eine andere Lösung. Das Ergebnis lag auf der Hand: Anlegen vor Kopf an einem der breiten Stegenden.

Ja, und dann raus auf den Steg. Mittlerweile war die Zeit ziemlich fortgeschritten, es windete heftig und war kalt.

 

Nach einem kurzen Toillettengang gab es dann für uns nichts wichtigeres zu tun, als sich gemütlich zurückzuziehen.


Zum Tagesabschluss wurde der Kurs analysiert. Dieses mal hatten wir ein GPS mitlaufen lassen und den Kursverlauf aufgezeichnet. Dabei war es recht interessant zu sehen, an welchen Stellen und mit welchen Folgen wir unsere Manöver gefahren hatten.

Wie man an dem Kartenausschnitt rechts deutlich erkennen kann, ist es ein leichtes, an den Tonnenstrichen endlang den Kurs exakt geradeaus zu halten. Der kleine Knick im oberen Drittel zeigt die Position, an der wir in den Wind gegangen sind und die Segel gerefft haben.

Dieser Kartenausschnitt zeigt unsere Anreise nach Heiligenhafen durch den Fehmarnsund. Kurz vor dem Sund haben wir wieder einen Knick im Kurs, da wir hier ein zweites Reff eingelegt hatten.

Nicht ganz so toll sieht die Ansteuerung auf Heiligenhafen aus. Zu unserer allgemeinen Peinlichkeit sieht man hier deutlich, dass wir einige Orientierungsprobleme beim Suchen der Ansteuerungstonnen hatten. Für alle Interessierten und evtl. Neulinge: Eigentlich ist es aber echt nicht schwer, man muss sich nur an die nördliche und östliche Untiefentonne halten - wenn man sie sieht ;-)

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Sechster Tag (Donnerstag, 23.10.2003)
Von Heiligenhafen nach Orth - ein Übungsschlag.

 

Früh am Morgen geht es dann raus aus den Federn. Wie man selbst im geschützten Hafenbecken erkennen kann: Der Wind steht noch immer intensiv von Norden auf Heiligenhafen. Lassen wir es also ruhig angehen.

Unser Seh-Hund macht sich derweil schon mal für den Landgang fertig.

Übrigens lässt uns Delta-Pappa noch immer im Stich, zumindest zu ca. 50%. Immerhin empfangen wir die lapidare Meldung, dass es wohl technische Probleme gäbe und daher die heutige Meldung erheblich knapper ausfallen würde. Was ist denn nur da los? Sind das Anzeichen der Nachsaison oder fehlt das Geld für längere Funkübertragungen?


Wir machen uns also erst einmal auf den Weg zu einem netten Stadtbummel. Vielleicht finden wir ja noch was nettes für unsere Lieben zu Hause.

Der Weg über den Steg lässt uns außerdem noch auf andere Gedanken kommen: Das ist zum Beispiel ein echtes Schiff ;-)

 
Heiligenhafen ist zwar auch sehr Tourismusorientiert, dennoch ist der Stadtkern gut erhalten und ein kleiner Spaziergang tut uns richtig gut:

Ein Seh-Hund mit Zeitung

Ein Skipper zu früh am Morgen

 

Der Gewerbehafen im Morgenlicht

 

Der Seh-Hund nach vollendetem Stadtbummel

 

 

Nachdem wir uns auf diese nette "bodenständige" Art und Weise wieder aklimatisiert hatten, war es wohl an der Zeit sich mal wieder auf die Reise zu machen.

Der letzte Schlag vor dem Ende unseres Törns sollte noch einmal ganz im Zeichen des Übens und Trainierens stehen. Daher hatten die beiden Jungs den Auftrag, den Kurs nach Orth komplett selbst zu erarbeiten und anschließend auch zu segeln.

Damit das Ganze nicht allzu schnell ginge - und da wir ja auch genug Zeit hatten - beschlossen wir nicht direkt nach Orth "überzusetzen" (anders kann man diese Strecke ja wohl kaum bezeichnen). Statt dessen sollte es ein kleines Stück nach Westen bis zur Ansteuerungstonne WP39 gehen.

Der Schlag verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Am späten Nachmittag haben  wir dann in Orth festgemacht.

Hier wartetet allerdings noch eine letzte Enttäuschung auf uns: Seit Tagen hing ich den Freunden in den Ohren "In Orth werden wir erst einmal bei Bärbel richtig lecker Fisch Essen". Leider hat uns Bärbel aber im Stich gelassen. Sie hatte schon Feierabend, als wir kamen. Nun gut, laut Hafenmeister hat sie morgen früh wieder gegen zehn Uhr auf. Freuen wir uns also darauf.

Somit mussten wir uns also mal wieder selbst behelfen. War auch nicht schlecht, weil wir ohnehin befürchteten, dass wir viel zu viel Essens-Reserven wieder mit nach Hause nehmen würden.


Der abendliche Rundgang durch den Ort(h) zeigte uns, dass im Hafen selbst für den schlechtesten Navigator noch gesorgt wurde. Die Wegweiser zu den entscheidenden Punkten auf dieser Welt waren - sogar inklusive Entfernungsangabe - vorhanden. (Oder sollten das etwa die Partnerstädte dieser Weltstadt sein?)




Abschließend versöhnte uns noch die untergehende Sonne in Bezug auf alle Unwegsamkeiten dieser Welt.

Der Leuchtturm Flügge  vor einem traumhaften Abendhimmel ist wohl mal wieder ein optimales Bild für den Desktophintergrund auf meinem Windows-PC.

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Siebter Tag (Freitag, 24.10.2003)
Von Orth nach Burgtiefe - die Heimat und das Winterlager rufen.

 

Damit wir zeitig zum Klarieren der Yacht im Heimathafen Burgtiefe ankommen würden, haben wir uns zeitig auf den Weg gemacht. Somit war auch der Traum von Bärbels Fischbrötchen ausgeträumt. Na ja, Fisch zum Frühstück muss vielleicht auch nicht wirklich sein - wir sind ja schließlich nicht schwanger.

Der letzte Schlag war noch mal ein wunderbarer Übungsschlag für unseren Matrosen, den Seh-Bären, Ralf.

Zum Foto: Bei klarem Wetter ein erster Blick auf den Heimathafen, ungefähr von der Höhe der Ansteuerungstonne Fehmarn-Sund. Und wieder einmal: Markant sind die Touri-Silos zu erkennen.

Als Festland-Urlauber  würde mir da allerdings das nette Fleckchen an der Backbordseite mehr gefallen:

Der Rest der Reise verlief ereignislos aber toll, der Wind immer aus der richtigen Richtung und die Sonne von oben;-). Bei ca. 4-5 Bft. laufen wir unter Segeln ein:

 


Zum guten Schluss heißt es dann nur noch "Yacht klarieren". Als Besonderheit - gegenüber sonstigen Törns - riggen wir auch noch ab, da das Winterlager wartet. Für morgen früh gibt es schon einen Termin mit dem Kranmeister.

 
Wolfgang@Work

Dann wird noch das Logbuch vervollständigt und alles ausgepackt, was nicht mehr zwingend für die letzte Nacht benötigt wird.

Abschließend verholen wir die Yacht noch zum Kran, damit wir dort den Ölwechsel vornehmen und den Motor einwintern können.

Vor dem Einschlafen wird unser Wolfgang leider noch zu Captain Hinkebein: Als er sich auf den Weg zu den Toiletten machen will, rutscht er an Deck aus und stößt sich das Schienbein böse an. Und weil das Ganze so'n Spaß macht, macht er es gleich zweimal hintereinander. Da wird er wohl noch lange was von haben - aber das ist eine andere Geschichte und gehört jetzt hier nicht her. Was lernen wir daraus: Unfälle an Deck geschehen dann, wenn man sie am wenigsten erwartet.

An alle besorgten Leserinnen und Leser: Wolfgang geht es wieder gut und er wird nicht zum letzten Mal an Bord einer Segelyacht gewesen sein.

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Achter Tag Tag (Samstag, 25.10.2003)
Ab, in's Winterlager.
 

So, das ist er jetzt also endgültig: Unser letzter Tag - unser Abreisetag. Gut, das länger andauernde Abriggen und Klarieren hat uns schon auf die Heimfahrt eingestimmt. So ist der Trennungsschmerz nicht so groß, außerdem war es für diesen Törn wohl auch lange genug.

Und als ob wir es nötig hätten, wartet schon wieder eine Überraschung auf uns. Die Ostsee war über Nacht zu dem Entschluss gekommen, unbedingt noch einen knappen Meter fallen zu müssen. Darauf hin steckten wir im Schlick. Erst mit vereinten Kräften: 4 Skippern vom Land und einer Leine über die Saling geworfen und von der gegenüberliegenden Seite gezogen, um die nötige Krängung zu erreichen, kamen wir frei.

An Land wartet dann auch schon der Mann mit seinem Kran und "hassenichgesehen" hat er den Brocken schon aus dem Wasser. Wir Grünschnäbel brauchen dagegen noch ein bis zwei Stunden, um den Mast auseinander zu nehmen und aufzuräumen.

 

Nach der Hochdruckreinigerbehandlung noch die letzten hartnäckigen Muscheln entfernen, im Schiff die Raumluftentfeuchter aufstellen, nachsehen, dass nichts Wichtiges an Bord vergessen wurde und ab nach Hause ...

Auf dem Rückweg halten wir in Heiligenhafen an, dort haben wir noch ein Date mit einem Likörladen. Da es mittlerweile auf die Mittagszeit zugeht lassen wir uns Tipps geben, wo man wohl nett und preiswert essen könnte. Zuerst bekamen wir die typischen Empfehlungen für die ortsansässigen Gaststätten. Als wir zögerten folgte ein nachdenkliches Stirnrunzeln der Verkäuferin. Nach einer etwas längeren Bedenkzeit gab sie uns dann Ihren Geheimtipp preis: "Wenn Sie gerne Fisch essen, dann ist die Fischhalle bestimmt das Richtige. Eine Kombination aus Fischräucherei und Schnellrestaurant. Dort gehen wir mittags auch schon mal hin."

Das haben wir dann auch getan und die Entscheidung war 110%ig richtig. Nicht nur der Fisch schmeckte eins-A sondern auch der Preis trieb einem nicht die Tränen in's Gesicht. Schade nur, dass die Fischhalle im Gewerbegebiet Richtung Festland liegt. Somit ist sie für Gastlieger nahezu unerreichbar. Für unsere zukünftigen Fehmarnbesuche wird sie allerdings ein fester Bestandteil der Rückreise werden.

Außerdem lernen wir daraus: Nicht nach allgemeinen Empfehlungen der "Einheimischen" fragen, sondern danach, wo sie denn wohl zu speisen pflegen.


Der Törn ist rum,
die Saison ist rum,
was bleibt ist eigentlich nur noch,
zu Hause festzumachen.
Also parken wir in der Box:


Quintessenz

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Zwischen den Fronten: Für Oktober hatten wir das Sahnehäubchen von Wetter.
 

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Grömitz lohnt sich nicht (zumindest für unseren Geschmack)
 

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Wismar jederzeit wieder.
Leider haben wir Kirchdorf auf der Insel Poel nicht geschafft ...
 

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... aber das machen wir nächstes Jahr, wenn wir die Handelskogge Wassern lassen.
 

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Schade, dass um diese Zeit schon soviel ungepflegt war - ausgestorben.
 

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Ohne Olli - nur zu dritt ging es auch ganz gut - aber unser Vorhaben ist gelungen: Haben immer an Dich gedacht!

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Links

Checkliste zur Sicherheitseinweisung

Informationen zur Poeler Kogge

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Bildschirmhintergründe
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Feierabend und Nachsaison im Hafen von Orth


Der Leuchtturm Flügge - Sonnenuntergang vor Orth

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Stand: 06.11.07