Windiger Herbst

 

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Gas geben - im Herbst

Endlich ist es so weit: Der fehlende Sommerurlaub hat sich bemerkbar gemacht. Dazu kommt, dass die die zwei kurzen Törns im Frühjahr eher urlaubs- als sportliche ambitioniert waren. Der innere Druck (ich will segeln!) ist bis an eine nahezu unerträgliche Grenze gelangt. Die armen Crew-Mitglieder, die mit segeln werden ;-)

In diesem Jahr ist das Ziel, wenn es uns der Wind irgend wie ermöglicht: Rund Bornholm. Für eine Woche eine ziemlich ehrgeizige Zielsetzung.

Dazu kommt die spannende Frage, wie läuft die neue Yacht, eine Delphia 37? Zugegeben, gesegelt wurde die Yacht auch schon vorher in diesem Jahr. Aber im Herbst, da werden wir ja wohl wenigsten Wind haben, oder?

Ein kurzer Blick auf die Crew findet sich am Ende dieses Törnberichts (hier klicken).

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Tag 1: Freitag, 6.10. - Anreise
Just in Time

Freitag Mittag soll es endlich losgehen. Um 14:00 haben wir uns verabredet. Ralf G. holt vorher noch Uwe ab und dann soll es los gehen. Unsere Anreise klappt super: ein wenig zäh fließender Verkehr und das war's dann aber auch. In gerade mal 5 1/2 Stunden sind wir auf Fehmarn und besteigen das Schiff.

Um 21:00 haben wir uns mit Jürgen, unserem Vercharterer, in "der Tonne" verabredet einem Restaurant direkt am Yachthafen Burgtiefe. Jürgens Geheimtipp zur Bestellung: "Grüne Ostsee-Heringe gebraten" stellt sich als absolut Top heraus.

Problematischer stellen sich dagegen die Wetteraussichten dar: Uwe hat eine Wetterkarte vom DWD ausgedruckt und mitgenommen: So was habe ich noch nicht gesehen: Tief- und Hochdruckfronten kreuz und quer (für das Wochenende). In der kommenden Woche sieht es dagegen wohl schon wieder geordneter aus.

ZWEI KARTEN

Und Jürgen macht uns auch "Mut": Jungs: Morgen (Samstag) erwartet Euch eine deutliche sieben, in Böen bis auf 9 (also Sturmwindstärke). Nun gut, wir sind gespannt

Das ganze begießen wir abschließend mit Bea's First_Class-Kai-Pi in der Karibik-Bar und fallen schließlich um 1:00 todmüde aber rundum zufrieden in die Koje.

 

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Tag 2: Samstag, 7.10. - Go East
Es geht gut los!

Es ist so weit: Die Stunde der Wahrheit naht: Erlaubt es uns das Wetter auszulaufen? Das Navtex druckt seine empfangenen Wetterdaten aus: Wie gehabt: Samstag und Sonntag 7-9 Bft., Ab Sonntag Nachmittag nachlassend. Zumindest stimmt die Richtung: Südwest (SW).

Den ganzen Vormittag überlegen wir daher, ob wir nun einen Hafentag einlegen oder nicht: Gerade am ersten Tag ist das natürlich bitter. Den Auslöser liefert schließlich Jürgen, der uns davon überzeugt, dass wir mit der Delphia problemlos nur unter Fock segeln können und trotzdem unsere 6-7 Knoten Fahrt machen. Die Theorie belegt er mit der Info, dass er beim letzten Skippertraining selbst einen Durchschnitt von 7 Komma irgendwas gesegelt hat (bei einem Ritt auf einer Ostseewelle sogar zehn Komma zwei Knoten).

Gesagt, getan: Nach einer Sicherheitseinweisung der Crew an Bord, legen wir also um 14:00 ab. Die Leute am Steg teilen sich in zwei Lager: Nette Menschen, die uns fragen, wohin die Reise gehen soll verbunden mit dem Wunsch "viel Glück" und solche, die nichts sagen aber deren Blicke umso deutlicher Ausdrücken: "Noch so'n paar Verrückte". Denn - das muss man ihnen lassen - davon gibt es hier genug. Mit einem besonders netten Stegnachbarn wechsle ich noch ein paar Worte und sage, dass wir erst mal sehen wollen, wie's draußen aussieht - es könne sein, dass wir gleich wieder zurück sind. Er erwidert schlicht: Das hat noch keinem geschadet.

So ermutigt legen wir also ab. Allein das ist schon eine Kunst, bei mehr als 20 Knoten Wind von schräg vorn. Aber mit vier Leuten an Bord haben wir alle strategischen Positionen besetzt: Ralf nimmt die Achterleine an Luv und Uwe und Elmar stehen an der Vorleinen. Da das Schiff achteraus festgemacht ist, können wir nun die Box mit Vorwärtsfahrt verlassen. Dazu müssen uns nur die beiden vorne in der Mitte halten und Ralf mit ordentlich Druck auf der Luv-Leine das Schiff vom Nachbarschiff fernhalten.
Das Manöver wird in aller Ruhe gefahren und als Ralf die unter Spannung stehende Leine auf Kommando loslässt "flutschen" wir flott durch die Achterpfähle in das Hafenbecken. So kann's losgehen:

Segeln mit Fock und halben Wind!

Ein wenig setzen wir uns über Jürgens Vorschlag hinweg: Er meinte wir sollten nach Grömitz reisen, dann wären wir unter Land und hätten kaum Welle. Aber nein, wir müssen es ja besser wissen, da wir ja nach Bornholm wollen, entscheiden wir uns für die Richtung "Osten" und somit für Kühlungsborn. Ja toll! Bei dem Südwestwind haben wir somit den Abschnitt gewählt für den sich von der Lübecker Bucht bis in die Mecklenburger Bucht eine stattliche Welle aufbauen konnte.

Das bekommen wir dann auch zu spüren: Obwohl oder gerade weil wir halben Wind haben, ist die "Eierei" beachtlich. Die seitlich einlaufenden Wellen drehen das Schiff gelegentlich regelrecht in den Wind als wär's ein Sonnenschuss.

Die 7 Windstärken lassen uns die Strecke allerdings in Rekordzeit bewältigen: Für 28 Seemeilen von Steg zu Steg brauchen wir gerade mal 3 1/2 Stunden, und das nur unter Fock. Um Jürgen mit seinen "Sieben irgendwas" auszubooten rechne ich den Durchschnitt extra nur für die Strecke unter Segeln und komme auf 9 Knoten im Durchschnitt. Die Crew, die mir klarzumachen versucht, dass das keine saubere Berechnung wäre schließt schließlich  frotzelnd mit der Bemerkung: "Der will das jetzt unbedingt schön rechnen, da helfen auch keine Argumente" - Har, har, har.

Schließlich machen wir rechtzeitig vor der Dunkelheit um 18:30 in Kühlungsborn fest. Nach einem anstrengenden aber auch anregenden Schlag.

Abends im Hafen gehen alle Ihren Verpflichtungen nach:
Uwe erstattet Lagebericht, Elmar schält Kartoffeln und
nach dem Essen sehen Ralf und Uwe nach dem Wetter - und ich? . . .

. . . fotografiere!

Marina in Kühlungsborn*
Liegeplatz 13,00 €
Strom je nach Verbrauch
Duschen 1,00 €
z. Zt. in Wartung (nur drei in Betrieb)
Sonstiges:
Gezahlt wird mit einer Guthabenkarte die beim Hafenmeister zu holen ist - gegen eine Kaution von 10,00 €
Bei uns hat ein Guthaben von 3 Euro gereicht, da kaum jemand geduscht hat
Brötchen Beim Hafenmeister (evtl. auch vozubestellen)
Kulinarisches Die Strandpromenade entwickelt sich von Jahr zu Jahr immer weiter: Ein Restaurant neben dem anderen.

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Tag 3: Sonntag, 8.10. - Noch ein Ritt
Merke: Wettervorhersagen halten nicht immer was sie versprechen

Ralf bringt vom Hafenmeister ein DIN-A-4 Blatt mit, dass uns über die zu erwartenden Wetterverhältnisse informieren soll. Nach wie vor können wir sagen: Was für ein Service. Wenn es jetzt noch stimmen würde: Angesagt sind Süd-West-Winde in den Stärken: 6 -> 6/ -> 3 und für Rügen  8/9. OK, ok, wir sehen schon, nach Bornholm wird es heute tagsüber wohl auch noch nichts.

Nach langem Hin- und her, denn eigentlich wollen wir ja richtig Meilen machen, entscheiden wir zugunsten der Vernunft, dass es nur nach Warnemünde gehen soll. Dicht unter Land, verzichten wir auf die gestrige Welle und haben auch verträgliche Windverhältnisse: bis zu 20 Knoten (also gute 5 bis 6 Windstärken). So setzen wir zusätzlich zur Fock das Groß, mit zwei Reff's.

Tja und wie das dann so ist, wenn Kinder übermütig werden: Zuerst stellen wir fest: Ja - so kann man segeln - und Travemünde ist nun wirklich kein ernsthafter Schlag: Lächerliche 15 sm entfernt. Wo können wir sonst noch hin? Bornholm ist entschieden zu weit, Rügen leider auch, denn es ist bereits 14:00 und wir wollen im Hellen ankommen. Dann die Idee: Gedser. Vielleicht nicht das tollste Ausflugsziel aber wir wollen ja auch nur übernachten. Eine kurze Kursbestimmung und eine Hochrechnung folgen: Aktuell machen wir 7 Knoten Fahrt. Die Richtung Gedser schaffen wir bei halbem Wind. Die verbleibenden 23 sm sollten wir somit in etwas mehr als drei Stunden schaffen. Damit wären wir auf jeden Fall noch bei Tageslicht da.

Gesagt, getan: Wir fallen ab und machen uns auf in Richtung Nord. Eine halbe Stunde macht das auch Spaß, dann werden die Wellen aus West (also von Backbord) langsam eklig. Nach einer weiteren halben Stunde wird der Steuermann in der Plicht geduscht: Je nach Kombination aus Bö (die mittlerweile bis zu 35 Knoten aufweisen) und Welle legt sich das Schiff richtig schräg. Die Welle bricht dann in's Vorsegel.

Noch sieht alles so schön aus . . .
. . . was kommt denn da?
Sollte ich lieber nach vorne schauen?
 Ja - das wäre eine gute Idee!
Nein! Das darf doch nicht war sein!
 Sch. . .
. . . on vorbei?
Duschen kann so schön sein!

Da wir ja gestern schon genug Spannung hatten, entscheiden wir uns nun doch lieber für einen gemütlichen Nachmittag in Warnemünde und drehen bei. Mit Wind raumschots lässt sich das Ganze schon wieder aushalten. Schließlich machen wir um 15:15 in Warnemünde fest - halb unverrichteter Dinge, denn schließlich ist uns Bornholm nicht bedeutend näher gekommen. Aber dennoch sehr zufrieden, denn gesegelt haben wir für unseren Bedarf heute genug - auch wenn es nur 18 sm waren.

Abends machen wir es uns an Bord gemütlich: Die drei Musketiere Ralf G., Uwe und Elmar zocken was das Zeug hält und ich sitze hier und tippe diese Zeilen.

Während wir in dieser entspannten Atmosphäre den Tag ausklingen lassen wird es draußen plötzlich laut. Ein Blick nach draußen zeigt uns, dass es nicht alle um diese Zeit so gemütlich haben: Der in Warnemünde liegende Rettungskreuzer "Arkona" kommt so eben rein, ein weiteres Boot im Schlepp. Was für die Männer an Bord bestimmt kein leichtes Brot ist hinterlässt bei uns ein gutes Gefühl: Wenn es mal brenzlig wird, sind Helfer in der Nähe. Ein Grund mehr für uns Sportsegler, mal wieder ernsthaft über eine weitere Spende zur Unterstützung der DGzRS nach zu denken.

Warnemünde - alter Strom*
Liegeplatz 13,00 €
Strom incl.
Duschen Befinden sich hinter dem Sportboothafen.
Ordentlich und kostenlos.

Bei den Duschen findet man auch den Hafenmeister - allerdings laut Schild nur morgens von 8:00-10:00

Sonstiges:
Brötchen Im Ort - man muss schon ein paar Meter laufen
Kulinarisches Fischbude an Fischbude lässt keine Wünsche offen

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Tag 4: Montag, 9.10. - Bornholm versus Klintholm
Wie sollen wir uns entscheiden?

Heute soll es endlich so weit sein: Wir wollen nach Bornholm! Wie wir im Laufe des Tages noch hören sollen, ist das auch schon seit 10 Jahren Uwe's Wunsch. Das erklärt jetzt auch, warum er so beharrlich daran festhält.

Damit wir den langen Schlag auch schaffen, stehen wir um 7:00 auf. Wir, das heißt Ralf G., Ralf S., Uwe und Elmar - und zwar in dieser Reihenfolge. Die Wettervorhersage lässt hoffen - aber auch ein paar Fragen offen: 5 Windstärken aus SW, abnehmend und süddrehend und abnehmend. Als Folge wird hin und her diskutiert: Schaffen wir Bornholm, sollen wir ggf. vorher einen Stopp hinter Rügen einlegen? Oder soll es dann doch lieber Klintholm auf der Insel Møn werden?

Doch bevor es wirklich losgeht, macht unser Smutje Ralf als Erstes mal einen gepflegten Kaffee. Wer durch die linke Luke schaut sieht keine Poster-Tapete sondern den herrlich, kitschigen Sonnenaufgang. Wer mehr sehen will sollte einfach mal mit der Maus auf das Fenster klicken.

Nach einem wie immer gemütlichen Frühstück entscheiden wir uns einfach drauf los zu segeln und zu schauen, was der Wind uns ermöglicht. Nach unseren Erfahrungen der letzten zwei Tage haben wir Respekt vor der hohen Welle. Selbst, wenn heute weniger Wind angesagt ist, sind wir nicht scharf auf einen Vorwind mit hässlichen Wellen im Nacken, die uns aus der Spur drehen.

Doch bevor es los geht machen wir uns noch einmal auf den Weg zu den Toiletten. Und dabei überrascht und ein völlig ungewohnter Anblick: Wichtige Ereignisse werfen in Warnemünde ihre Schatten voraus: Offensichtlich bereitet sich der Nachwuchs auf Regatten vor: Opti's, Laser und 420er Jollen. In professioneller Ruhe werden die Jollen aufgeriggt, das Material überprüft, bedeutende Gespräche zwischen den Teilnehmern geführt. Für den unbeteiligten Betrachter ein Gefühl wie im Fahrerlager der Formel Eins. Schade dass wir das nicht mehr mit erleben werden, aber die dänische Südsee ruft nach uns.

   

Als wir endlich draußen sind, sieht die Welt auch ganz anders aus: 3-4 Windstärken mit zunehmender Süd-Richtung. Die See ist nahezu glatt - keine Wellen mehr. Eigentlich ideal, um sich endlich auf die Reise zu machen, wenn es nicht so lange dauern würde. Am Ende siegt die Vernunft: Mittlerweile ist es Montag und morgen soll es schwachwindig werden. Selbst wenn wir heute die Nacht durchsegeln müssen wir damit rechnen, noch eine Nacht durchzumachen um zeitig zurück zu kommen. Ist das dann noch Urlaub? So fällt endgültig und abschließend die Entscheidung: Wir machen uns auf nach Klintholm, mit 49 sm immer noch ein satter Tagestörn.

Unsere Richtung und der mäßige Wind im Rücken schreien förmlich nach dem Spinnaker. Also machen wir uns daran, das Tuch zu setzen. Eigentlich müssten wir "Taschentuch" dazu sagen, denn trotz seiner nahezu siebzig Quadratmeter ist er für die große Delphia mit ihren 37 Fuß deutlich zu klein. Gut, für Chartercrews birgt das zumindest ein geringeres Risiko als ein größeres Segel, dass eben auch mit beachtlichen Kräften daher kommt. Wir wünschten uns jedenfalls im unteren Bereich noch einmal dieselbe Quadratmeterzahl. So müssen wir schließlich mit unseren 5 Knoten Fahrt bei 10-11 Knoten Wind zufrieden sein.

Die ruhige Überfahrt wird kaum durch Kurswechsel gestört, damit reduzieren sich die Manöver auf das Ein- und Ausschalten des Autopiloten. Und der eledigt seinen Job zu unser aller Zufriedenheit.

So können wir uns auf wirklich wichtige Dinge konzentrieren, wie Knoten üben, fachsimpeln und Romane lesen.

Unterbrochen wird die Überfahrt nur in der Mitte, da ist Aufmerksamkeit gefordert, denn unser Kurs führt uns direkt durch ein Verkehrstrennungsgebiet. Und einmal mehr ist es wieder beeindruckend, wie viel Respekt den herannahenden Frachtern zu gewähren ist. Gerade noch am Horizont hinterlassen die Boliden den Eindruck, dass sie ewig brauchen, bis sie bei uns sind. Und plötzlich werden sie größer und größer und sind vor uns vorbei gefahren. Wer sich dabei von dem relaxten Feeling an Bord dazu verleiten lässt, nicht auf den Kurs zu achten riskiert eine Kollision, die es in sich hat. Denn die Fracht spüren bei ihrer Masse nichts davon und malen einfach drüber weg.

Nachdem das Verkehrstrennungsgebiet hinter uns liegt, macht sich Uwe daran uns mit einem Geheimrezept zu verwöhnen: Chinesische Nudeln in einer würzigen Suppe mit einem pochierten Ei. Sauber! Die Crew ist eindeutig richtig zusammengestellt ;-)

Das Tageslicht neigt sich und wir rechnen hoch, wann wir Klintholm wohl erreichen werden. Ergebnis: 21:45. Tja! Der Wind mit 3-4 Windstärken reißt uns eben nicht vom Hocker - da sind wir auf diesem Törn anderes gewohnt gewesen.

Gut, wenn wir schon nicht "zum Abendessen zu Hause sind" machen wir es uns eben selbst: Ralf und Uwe bereiten unseren deftigen Tagesausklang vor: Kartoffeln, Speckböhnchen und Kassler. Was der harte Seemann halt so braucht. Während des Essens zieht Elmar eisern am Steuer durch - damit wir im Salon das Menü genießen können.

 

Bei Einbruch der Dämmerung bergen wir den Spi, damit wir nicht im Dunkeln an Deck rum hampeln müssen. Außerdem liegt auf dem letzten Stück noch ein Am-Wind-Kurs an.

In der Dunkelheit nähern wir uns endlich Klintholm. Der Wind lässt uns zum Glück nicht im Stich und die Segeleigenschaften der Delphia sind klasse: Bei diesem Wind laufen wir am Wind unter Fock immer noch unsere 5 Knoten und das mit so einem Dickschiff. Denn immerhin ist die Delphia keine Rennziege sondern ein komfortables Fahrtenschiff.


Klintholm voraus: Der Leuchtturm (kleines weißes Pünktchen am Horizont)
zeigt uns die grobe Richtung.
Zur Marina müssen wir uns auf dem letzten Stück etwas Backbord halten
(siehe auch den Kartenausschnitt weiter oben).

Der Vollmond lässt sich gelegentlich durch die Wolkendecke blicken und
bietet uns eine tolle Sicht auf die Ostsee vor Dänemarks Küste:

 

Jachthafen Klintholm*
Liegeplatz 20,00 €
Strom incl.
Duschen 5 dänische Kornen (Münzbetrieb)
Sonstiges:
Sauna Kostenlos
Brötchen Gibt es im 150 m entfernten  Mini-Supermarkt, der sogar Segelklamotten und Leinen anbietet.
Kulinarisches Im Ort gibt es laut Hafenführer einige Restaurants - wir haben zwei gesehen - ein dänisches und eine Pizzeria - beide hatten aber geschlossen (Grund: Saisonende oder Montag?)

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Tag 5: Dienstag, 10.10. - Landgang mal anders
Klintholms Kreidefelden mit dem Mountain-Bike erkunden

Um 7:00 erfüllt ein nervendes Gebimmel den Salon. Ich weiß Bescheid: Ralf hat sein Handy (sprich "Wecker) im Salon vergessen. So'n Mist! Schon wieder aufstehen. Hatten wir ja auch so abgemacht. Wenn es geht wollen wir wieder früh los, damit wir vor der Dunkelheit unser Ziel "Omo", eine kleine Insel nördlich Lolland erreichen. Aber keiner hat mir gesagt, dass mein Schlafsack um diese Zeit so schön warm ist. Na gut, das ist halt so und "raus aus der Koje".

Draußen machen sich auch schon seit einiger Zeit die Fischer auf den Weg.
Es ist Montag und sie müssen sich Ihr Brot verdienen.

Die Wettervorhersage stimmt: Kein Wind! Na ja, zumindest so wenig , dass es sich nicht lohnen wird unter Segel irgendwo hin zu fahren - nicht einmal aus dem Hafenbecken.

Mit uns im Hafen liegen drei flotte Yachten - aus unserem Heimathafen "Burgtiefe": Zwei X-Yachten und eine Luffe. Die Luffe mit dem Namen "Zenit" wird auch von Jürgen, unserem Vercharterer verwaltet. Alle drei Yachten sind gemeinsam unterwegs: Junges Volk!

Sie lassen sich vom Wetter auch nicht abschrecken. Um neun Uhr machen sie sich auf den Weg. Natürlich erst nachdem die jeweiligen Skipper ihre Schützlinge zum Deck schrubben abkommandiert hatten. Denn der Hafen scheint ansonsten ausschließlich von Möwen bewohnt zu sein. Das Begehen der Stege ohne mit den Hinterlassenschaften dieser Himmelbewohner in Kontakt zu kommen gelingt auch nur reinrassigen Stepptänzern.

 


Klintholm in der Morgendämmerung



 

Nachdem wir den Weltenbummlern beim Ablegen zugesehen haben planen wir unseren Tag. Und der sieht diese Mal ganz anders aus.

Unsere Tagesroute (siehe Kartenausschnitt links) weist ein besonderes Merkmal auf: Sie verläuft nicht auf dem Wasser. Schließlich sagen wir uns: Wenn schon Flaute, dann richtig.

Beim Hafenmeister erkundigen wir uns nach einem Fahrradverleih. Diesen finden wir in dem, uns bereits bekannten, Minimarkt. Klar wo auch sonst? Lebensmittel, Zeitschriften, Brötchen und Segelklamotten konnten doch noch nicht alles sein  ;-)

Für 10 Euro pro Rad und Tag decken wir uns also mit einem Land-Vehikel pro Person ein und machen uns auf den Weg. Unser Ziel Die Kreideklippen an der Ostküste. Laut Törnführer sollen die vom Ufer aus noch imposanter aussehen als vom Meer.

Zunächst geht's zum Leuchtturm "Fyr Møn" und anschließend - wir haben ja so was wie Montain-Bikes bekommen - knallhart an der Küste runter und über den Strand.

Letzteres stellt sich allerdings als nur bedingt machbar heraus, dafür sind die Steine einfach zu groß. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen und ziehen zumindest bis zum Fuß der ersten Klippe durch.

 

Alle geneigten Leser, die Lust darauf haben einen kleinen Ausflug über die Insel Møn mit zu machen, sind herzlich eingeladen, die folgenden Bilder durchzuschauen:

Die schönsten Eindrücke dieses Ausfluges passen allerdings nicht in so einen kleinen "Dia-Streifen", daher sollen Sie mit den nächsten Bildern noch etwas hervorgehoben werden:

"Weites Land" ist wohl ein treffender Begriff
(denkt sich wohl auch Elmar auf dem Fahrrad)

Der herrliche Ausblick von den Klippen tröstet über alle Strapazen
des "Bergkletterns" mit den Bikes hinweg:

Der Strand ist ein Gästebuch:


Wir hinterlassen Spuren . . .

. . . das tun andere aber auch!


Der Blick direkt von den Klippen nach unten ist Atemberaubend.

Allerdings warnen zahllose Schilder davor, wie brüchig der Kalkstein sein kann!

Von einem der höchsten Punkte hat man einen phantastischen Ausblick auf die Kreidefelsen.

 

 

Auch wenn die Bäume den Blick auf die Felsen einschränken, lassen sich die ausgewaschenen Vorsprünge der Klippen einigermaßen erkennen und bieten ein beeindruckendes Bild
(unten).


Unsere Fahrrad-Tour endet an der "Alten Eiche", an der abschließend der Rat der Greisen eine außerordentliche Sitzung einberuft. Zweck und Ziel: Ermittlung des Schuldigen an der aktuellen Flaute.

Natürlich inklusive der Ergreifung erforderlicher Maßnahmen:

 

Nach dem "Fahrrad-Törn" wird erst einmal angepackt: Das Schiff wird verholt, an einen weniger "beschissenen" Steg ('tschuldigung für die vulgäre Ausdruckweise, aber man kann sich nicht vorstellen, was Möwen für einen Dreck machen, wenn man es nicht selbst erlebt hat). Die Folgen beschränken sich denn auch leider nicht nur auf den Steg sondern auf das gesamte Deck der Segelyacht, trotz dreier Aufnehmer, die wir schon ausgelegt haben, damit wir uns die Füße abputzen, wenn wir an Bord gehen.

Und wenn man schon mal dabei ist, wird bis in die letzten Ecken geputzt:

 

Wie das häufig so ist: Einer macht die Arbeit während sich die anderen entspannen - und wer ist das mal wieder? Na, lass wir die Diskussion lieber (und was wohl der Fotograf in der Zeit gemacht hat, wollen wir lieber unerwähnt lassen).

  

Als Belohnung gibt es immerhin anschließend: Kaffee und Kuchen in der Plicht. Danach ist allgemeines Abhängen angesagt - sprich: Die Crew liest und ich tippe den Törnbericht.

Und nicht nur wir hängen ab, auch die Möwen hat eine spürbare Trägheit überkommen.

Den Tag beschließen wir dann noch zu 100% original dänisch: Als Abendessen gibt es Hot Dogs mit Gurken, dänischem Hot-Dog-Senf und gerösteten Zwiebeln. Wo gekauft? Natürlich im ortsansässigen Minimarkt.

 

 

 

 

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Tag 6: Mittwoch, 11.10. - Jetzt wird's aber Zeit
Genug getrödelt, wir haben noch was vor

Da unser Törn mittlerweile das Bergfest, will sagen die goldene Mitte, deutlich überschritten hat, wird es Zeit sich über den Heimweg Gedanken zu machen. Ergebnis: Wir haben drei Alternativen:

bulletdie für normal Sterbliche: Kurs zur Insel Femø, geplante 44 Seemeilen, also problemlos an einem Tag zu schaffen
bulletdie für Ambitionierte: Kurs zur Insel Omø, geplante 58 Seemeilen, also Ankunft im Dunkeln und das auf einer Insel, die wenig belebt und befeuert ist.
bulletdir besondere: Kurs bis zum Svendborg Sund. Gar keine Meilen ausgerechnet, denn es geht durch die Nacht. Mit der Option, noch mehr aus der dänischen Südsee in dieser einen Woche zu sehen.

Variante drei wird direkt gestrichen, da wir uns sagen: Neben allem Ehrgeiz haben wir auch noch Urlaub. Varianten 1 und 2 bleiben nebeneinander bestehen, da wir bei Femø (siehe Kartenausschnitt im linken Drittel) auch noch je nach Zeit, Sicht- und Lust-Verältnissen entscheiden können, wie es weitergehen soll.
So planen wir also die Route bis nach Omø (siehe Karte) mit der Option, früher abbrechen zu können.

Das Erste ist ein langer Schlag bis zur Öffnung des Grønsund's. Der Wind kommt, wie prophezeit aus dem Osten und erlaubt uns raumschots durchzuziehen: Mit einem Schnitt von 7 Knoten sind wir sehr zufrieden.
 
Eindrücke von unserem Schlag durch den Grønsund und alles, was danach kommt:

Ralf überblickt die Einfahrt in den Sund . . .


. . .  der zu Beginn für dänische Verhältnisse schon fast verschwenderisch betonnt ist:

Genau hinsehen: Und man erkennt den Tonnenstrich.

Die Huk auf der Backbortseite der Einfahrt ist sogar bewohnt.

Hier wohnen? Wer's einsam mag - bestimmt super!
 

Die Brücke von Falster zur kleinen
Insel Farø voraus . . .


 
 
. . . und das imposante Bauwerk, nachdem wir
es "unterquert" haben.


Nach der Brückenpassage öffnet sich das Wasser - und der Himmel.

Typisch dänische Südsee, zumindest so wie sie ein Herbstsegler kennnelernt:
Hoch- und Tiefdruckgebiete zusammen: Bedeckter Himmel und Wolkendurchbrüche.

Wir nutzen den kurzen Moment, um ein "Päuschen" einzulegen. Uwe hat noch eine Portion seiner unschlagbaren Nudelsuppe für uns bereit. Und da unser Cholesterinhaushalt Nachschub braucht schlagen wir diesmal gleich zwei Eier hinein.



Während Uwe bruzelt hat Ralf noch das Steuer in der Hand
 

 

Zur Essenzeit übergeben wir an Jörg*.
 

Auf der anderen Seite erwartet uns denn auch schon die zweite Hinterlassenschaft dänischer Bau-Ingenieure:


Die Brücke nach Masnedø (aus Platzgründen nur die rechte Hälfte ;-)

Wir befinden uns hier mitten im Storstrøm, der sich anschließend zum weiten Smålandsfahrwasser öffnet.

Die gesamte Strecke haben wir bisher mit achterlichem Wind und Schmetterling-Besegelung zurückgelegt. Bei den guten 4 Windstärken rauschen wir nur so dahin. Und es sieht so aus, als wenn es auch noch so weiter gehen wird.

Der Schutz durch die Inseln lässt das Aufbauen einer großen Welle nicht zu und so ist die Rauschefahrt noch immer fast ein "Kaffeesegeln". So stellt man sich Entspannung pur vor.

Bald werden wir uns entscheiden müssen: Femø oder Omø. Da wir bis hierher so zügig gekommen sind, liegt die Antwort auf der Hand: Wir machen weiter, ist doch klar!


Ca. eine Stunde später: Wir befinden uns mittein im Smålandsfahrwasser. Der Wind hat nicht nachgelassen, allerdings hat sich über die weite Strecke eine kleine Welle entwickelt.

Nun sind wir eher sportlich unterwegs: Im Bild links oben der Bullenstander, damit uns der Baum nicht bei einer unerwarteten Welle herumgerissen wird.

Das Vorsegel auf der anderen Seite und die Logge zeigt uns Geschwindigkeiten um die 7-8 Knoten an.


Am Ende des Smålandsfahrwassers erwartet uns dann in dieser sonst
so idyllischen Inselwelt auch mal ein Stück Realität:

Auch Industrie gibt es in Dänemark: Olpier an der Südwestküste von Sjæland- . . .


. . . gleich nebenan wird es wieder typisch dänisch idyllisch.


Ein vorletzter Blick von See auf unser Tagesziel: Omø


Der Abend erwartet uns in Omø - wer hätte gedacht,
dass wir hier heute bei Tageslicht ankommen.


In Omø erwartet uns ein leeres Hafenbecken.
Der Fährhafen nebenan erfreut sich jedoch
regelmäßigen Betriebs.


Die Leere des Hafenbeckens nutzen wir zu
unserer Bequemlichkeit: Wir gehen längsseits
an den Steg, da die Boxen ja alle leer sind.
Dies entspannt das Anlegen bei dem heftigen
Wind ungemein.

 



Im Zuge unseres Landganges begegnen
wir einem Helden der Insel
(den korrekten
geschichtlichen Hintergrund
haben wir allerdings
nicht mehr erörtert).

Wer die wirklichen Helden des Abends sehen will,
braucht nur mit der Maus über das Bild zu fahren.

   

 

 

 

 


 

Bevor wir uns um so triviale Dinge wie das
Abendessen kümmern nutzen wir die letzten
Lichtstrahlen der Dämmerung, um die Insel
im Rahmen eines Landganges zu erkunden.
 



Zurück am Schiff wird die letzte mitgebrachte warme Mahlzeit zubereitet:
Hausgezüchtetes aus Uwe's Garten mit angebratenem Speck und Spaghetti - mmmmh - lecka!

Abschließend überlegen wir, wie wohl die letzten beiden Tage unseres Törns aussehen sollen. Am Ende gewinnt die Urlaubs-/Entspannungs-Kombo: Ein langer Schlag heim, Richtung Fehmarn, konkret nach Orth. Und von dort am Morgen des letzten Tages, am Freitag, völlig entspannt rüber nach Heiligenhafen, unserem Abschlussziel.

Jachthafen Omø*
Liegeplatz 16,00 €
Strom incl.
Duschen nicht probiert
(Automat sah nach Münzbetrieb aus)
Sonstiges:
Brötchen nicht gesucht - mindestens gibt es einen kleinen Minimarkt in der Inselmitte (5 Min. Fußweg). Öffnet morgens um 8 Uhr.

 

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Tag 7: Donnerstag, 12.10. - Der letzte große Sprung
Nix' los an Dänemarks Inselküsten
 
Unser einsamer Liegeplatz: Ein Hafen für uns gemacht:

 
Der Morgen ist leider zu frisch,
ansonsten wäre der idyllische Blick auf den
Sonnenaufgang sichelrich ein Genuß.
Zumindest legt die Bank an der Bucht direkt
dazu ein.
Der Tag fängt eigentlich ganz gut an: Der Wetterfrosch verspricht uns anfängliche 5-6 Windstärken - abnehmend. An Deck sehen wir auch, dass sich an der Windsituation zu gestern Abend eigentlich gar nicht viel getan hat: Es bläst erfreulich!

Gestern haben wir die letzten Lebensmittel verbraucht, heute geht es an's Brot. Zum Glück hat Ralf noch eine Überraschung im Gepäck: Amerikanische Pfannkuchen mit Ahornsirup. Also entfällt der lange Weg zum Bäcker.

Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf den Weg. Ein wenig Vorsicht ist angesagt, um der auslaufenden Fähre nicht ins Gehege zu kommen.

Mit dem Wind geht es flott nach Norden, denn wer Omø verlässt muss dies tunlichst in einem Bereich von Nord-Nord-West bis Nord tun (siehe Hafenplan links).

Wir halten uns daran und fahren einen entsprechenden Bogen, bei dem wir uns an den Wassertiefen orientieren (siehe Kartenausschnitt unten).

Unseren Südkurs fahren wir mit halbem Wind und bei 4-5 Bft. rauscht es auch wieder richtig. Bis . . .

               

. . . ja, bis sich der Skipper schlafen legt und mit ihm der Wind: Nach ca. einer Stunde lässt der anfangs so erfreuliche Wind zusehens nach. Bei 2-3 Windstärken und nur noch 4 Knoten Fahrt fällt die Hochrechnung für die Ankunftszeit weniger erfreulich aus, als am Morgen: 23:30. Da wird wohl keine Küche mehr aufhaben - weder an unserem geplanten Ziel: Orth auf Fehmarn, noch in dem Urlaubstechnisch besser versorgten Heiligenhafen. Und wie zuvor schon erwähnt, haben wir unsere gebunkerten Lebensmittel nahezu aufgebraucht. Uns bleiben die Optionen:

bullet1 1/2 Scheiben Schwarzbrot gerecht unter uns aufteilen
bulletReste unserer Mahlzeit von vor 4 Tagen aufwärmen (Eine Handvoll Bohnen und zwei Scheiben Kassler)
(Uwe und Ralf S. stellen ihren Anteil mit Großherzigkeit der restlichen Crew zur Verfügung)
bulletUnser Abendessen aus Wein und Erdnüssen (von beidem haben wir genug) kombinieren

Elmar spricht ein Machtwort und meint: Was soll der Quatsch eigentlich? Wofür haben wir einen Motor? Also wird die Maschine angeworfen und es geht wieder mit 6-7 Knoten Fahrt weiter.

Das Wetter hat noch eine Überraschung auf Lager: Es wird diesig. Wir sind gespannt, ob wir auch noch das Dosenbetriebene Nebelhorn in Betrieb nehmen müssen.


Der Blick nach vorn stimmt nachdenklich.

Frachter am Horizont auf dem Schifffahrtsweg "H" sind nur noch undeutlich zu erkennen. Wir schalten das Fahrtlicht ein und ziehen mit Hilfe des Autopiloten einen geraden Strich durch die Ostssee in Richtung Fehmarn.

Wie Ralf G. richtig bemerkt ist die Windverteilung auf diesem Törn ziemlich unausgewogen: Am ersten Tag geht es ab wie die Post, da hätten wir uns gerne ein wenig eingestimmt. Was wir da zuviel hatten, fehlt uns heute.

Gut, so ist das eben beim Segeln: Der Wind macht die Musik. Immerhin können wir dank des Motors zügiger nach Hause kommen, die aktuelle Hochrechnung sagt: 22:00-22:30. Wir legen noch ein paar hundert Umdrehungen zu und fahren mit guten 7 Knoten.

Als die Hochrechnung auf 21:30-22:00 herunter geht rufen wir über die Auskunft schon mal den Wirt im "Piratennest" an, dem Hafenrestaurant in Orth. "Wir kommen von Dänemark und sind vermutlich zwischen halb zehn und zehn da. Gibt es dann noch warme Küche?". Der Wirt ist vorsichtig und antwortet "wir tun was wir können".

  

Dank der maschinenbetriebenen Fahrt machen wir erheblich früher in Orth fest: 21:30. Rechtzeitig genug um im Piratennest nach unserem Abendessen zu fragen. Im Gastraum sitzt noch eine Crew beim Essen - es ist also noch alles drin. Der Koch lässt uns wissen "Scholle geht noch". Gemäß dem Motto "Wer die Wahl hat, hat die Qual" freuen wir uns, denn wir müssen uns jetzt nicht entscheiden ;-)
Was auch sehr gut ist, denn die Scholle ist spitze und der Kellner locker drauf. Als er eine große Schüssel Bratkartoffeln auf den Tisch stellt kommentiert er es trocken mit: "Das ist alles - nicht zanken, Jungs!"

Wohl abgefüllt kommen wir um 23:30 zum Schiff zurück.

Schließlich bleiben die ganz Harten, sprich Uwe, Ralf und Ralf, noch auf und liefern sich zwei Runden Kniffel. Nachem wir dann Ralf G. zu Bett gebracht haben sitzen Uwe und Ralf noch an Ihren Notebooks und klimpern, was das Zeug hält in die Tasten.

Jachthafen Orth auf Fehmarn*
Liegeplatz 12,50 €
Strom 1,00 €
Duschen 1,00 € beim Hafenmeister
Sonstiges:
Brötchen 200m entfernt im "Tante Emma"-Laden

 

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Tag 6: Mittwoch, 13.10. - Klar Schiff . . .
. . .  und ab nach Hause!
 
Eigentlich ist der Törn schon so gut wie zu Ende, genießen wir also den letzten Schlag rüber nach Heiligenhafen noch einmal doppelt.

Der Wind ist auch wieder da: Immer noch aus Ost, mit gutem halben Wind geht es also rüber und dann heißt es nur noch: Taschen packen, klar Schiff machen und ab die Post.

 

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Wichtige Nachträge

Unser Törn hat Spuren hinterlassen - wenn auch etwas vergängliche:

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Jörg war an allem Schuld

Und hier die unvermeidlichen Fotos der Crew-Mitglieder:

         
Von links: Uwe, Ralf G., Uwe, Ralf S., Elmar und Jörg

Wer nun mit Adlers Augen nach Jörg sucht sei darüber informiert, dass Jörg unser Schuldiger in allen Fällen war: Ob das Bier schon nach 4 Tagen aus war, der Wind nicht blies oder die Pfannkuchen anbrannten: Jörg war's! Ach ja, und Jörg hat auch gesteuert, wenn keiner am Ruder stand. Wir können es nur als eine gute Empfehlung für die Stimmung an Bord weitergeben: Jeder sollte einen Jörg haben.
 

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Jörg? Wer ist Jörg? Wenn man Ralf kennt!

Unser letzter Tag war ja, wie erwähnt, von der Schiffsübergabe überschattet. Jürgen, der Vercharterer, hatte uns mitgeteilt, dass Ralf (1) kommt, um die Endreinigung durchzuführen. Wir sollten dazu in Heiligenhafen festmachen, dort würde uns Ralf (2) einen Liegeplatz zuweisen. In der Zeit, in der wir packen, nimmt Jürgen dann Ralf (3=Ralf G.) von unserer Crew mit, damit er das Auto aus Burgtiefe holt. Während dessen kann Ralf (4=Ralf S.) unserer Crew schon mal die Übergabeformalitäten erledigen. Wen wundert es da, dass der Geschäftsführer der ortsansässigen Charteragentur Rolf heißt?

Und überhaupt: Wenn man segelt, heißt man der Einfachheit halber Ralf - ist auch beim Kommandogeben einfacher: So was wie "Ralf übernimm Du die Winsch!" garantiert immer, dass sich jemand darum kümmert.

Quintessenz: Man heißt hier entweder Ralf oder Ralf, wenn aber nicht, dann heißt der Uwe eben Jörg.

 

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Und Tschüss . . .

Jungs! Wir seh'n uns im Herbst 2007 wieder!

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Stand: 14.10.06