Insel-Hopping 2009

 

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Insel-Hopping 2009

Von Rügen über Insel zu Insel nach Kopenhagen und zurück

Ein weiterer Törn in der Hauptsaison auf der Ostsee - mit derselben Crew, wie im Jahr 2008 (siehe Törnbericht "Rund Falster und Lolland im Mittelmeer").

Unterwegs sind wieder Silja, Matthias, Henrik, Monika, Dietmar und Skipper Ralf (v.l.n.r):

 
 

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Sonntag. 2. August '09
Von Breege auf Rügen nach Klintholm auf Møn
 
Unser erster Tag startet mit einem netten Nordostwind und wir segeln vor dem Wind im Fahrwasser nach Westen. Mit einer "Impression 38 by Elan" haben wir uns auf den Weg gemacht.

Zur Törnplanung
Da die Wetterlage nicht ganz sicher ist, nehmen wir uns vor, vor dem Befahren der Ostsee zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Immerhin haben wir zwei Optionen ins Auge gefasst;

bulletWenn der Wind nordwestlicher weht, nehmen wir uns Bornholm vor
bulletanderenfalls wird es wohl ein Ausflug nach Kopenhagen

Und als dritte Variante, wenn es ganz entspannt werden soll, machen wir erstmal halt in Vitte auf Hiddensee.

Doch zuvor müssen wir uns erst einmal erschrecken, denn vor dem eigentlichen Abzweig nach Norden, lassen wir uns von der Tonnen-Auszeichnung irritieren und passieren die grün-rot-grüne Tonne auf der falschen Seite, d. h. wir versuchen es, was mit einem Aufsetzer endet. Zum Glück stecken wir nicht fest, aber alle bekommen einen Schreck und Ralf der Skipper fühlt sich sch.... (was er natürlich nicht zugibt).

(siehe Karte rechts)

Letztendlich fällt die Entscheidung für Kopenhagen und wir machen uns also auf den Weg nach Norden, Ziel: Klintholm auf der Insel Møn.
Der Hafen gilt ja eigentlich als DER Absprunghafen für die Bornholm-Segler, für uns ist er ein gelungener Zwischenstopp auf dem Weg nach Norden.

Saisonbedingt ist der Hafen "rappelvoll" und wir machen im Päckchen fest. Zum Glück hat gleich in der Nähe der Hafeneinfahrt ein Schiff die Fender aushängen.

 

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Montag. 3. August '09
Von Klintholm auf Møn nach Dragør auf Amager

Kopenhagen hat einige Marinas zu bieten, mehr oder weniger stadtnah, wir möchten gerne in Christianshavn festmachen, weil dieser Hafen die größte Nähe zur Altstadt haben soll.
Ein besondere Strategie soll uns zwei Vorteile schaffen:

bulletDie Chance auf einen Liegeplatz im überfüllten Hafen
bulletMehr Zeit für einen Landgang in Kopenhagen

Nun zur Strategie: Anstatt gleich bis nach Kopenhagen durchzusegeln und spät abends anzukommen (mit zahlreichen anderen Seglern), machen wir 10 Seemeilen vorher fest: In Dragør. Von dort können wir dann am kommenden Tag die letzten 10 Seemeilen am Vormittag absegeln und bekommen sicherlich einen Liegeplatz.

Gesagt - getan. Und neben den genannten Vorteilen erleben wir eine dritte Überraschung: Dragør ist eine Reise wert. Ein nettes kleines Städtchen mit einem Fable für Stockrosen.

   

   

Übrigens liegen wir auch hier zu dritt im Päckchen: hinter einem Briten und neben einem Franzosen. Vor uns liegt ein Dreier-Schweden-Paket. Also eine internationale Nachtruhe.

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Dienstag. 4. August '09
Von Dragør auf Amager nach Kopenhagen auf Sjæland

Unser Plan geht auf, zumindest einigermaßen: Wir finden im Christianshavn ein Plätzchen (wieder als Dritter im Päckchen). Was dennoch an ein Wunder grenzt, der gesamte Hafen ist im wahrsten Sinne des Wortes fest"gepackt".

Die beiden Boote neben uns sind allerdings keine modernen Fahrtenyachten, sondern besegelte Kutter. Das Boot direkt am Kai sieht auch schon reichlich betagt aus und wir fragen uns, wann es wohl zuletzt die Ostsee gesehen hat.

Unser Landgang ist wie geplant ausgedehnt und äußerst beeindruckend. Ich selbst hätte nie gedacht, dass eine Hauptstadt immer noch so ein anheimelndes Flair verströmen kann. Natürlich gibt es die typischen Touri-Ecken, z.B. den vielgenannten "Oldtimer"-Hafen, wer sich aber mal querfeldein schlägt, erlebt die Stadt auch schnell "normal".

  
Man sieht deutlich, wie eng es im Hafenbecken zugeht.


Besonders überraschend war "Christiana" eine Aussteiger- und Künstler-Komune in unmittelbarer Nähe unseres Liegeplatzes:

    



 



 


Anschließend geht es auf zum Turm "Henriks Begierde" (Pappa, gehen wir da rauf?):

 

Auch wenn die Kirche wegen Umbaumaßnahmen geschlossen ist, kann der Turm gegen ein geringes Entgeld besichtigt werden.
Henrik übernimmt freiwillig die Aufgabe des Stufenzählens:


Auf dem Weg nach oben können wir einen genauen Blick auf den Glockenstuhl werfen:

   

Oben angekommen, werden wir mit einem herrlichen Rundumblick belohnt.
In der Mitte des Bildes übrigens der Christianshavn:

Ach ja und übrigens: Nach Henriks Algebra kamen wir auf ein statistisches Mittel von 295 Treppenstufen.

Der Oldtimerhafen:


Wer ist hier wohl der Oldtimer?

Fressmeile und Touri-Treffpunkt

Als wir nach dem Landgang zu unserer Segelyacht zurück kommen, werden wir noch Zeuge eines originellen "Wiederbelebungsversuchs": Der betagte Kutter am Kai innerhalb unseres Päckchens ist plötzlich belebt: Ein freundliche Dänin steht und sieht zwei Herren über die Schulter, die sich in der Kabine verkriechen und unter dem Fahrstand handwerklich unterwegs sind.

Wie wir erfahren, gehört das Schiff dem verstorbenen Schwiegersohn und hat hier zwei Jahre gelegen. Nun soll es wieder flott gemacht und zu ihrer Heimatstadt auf Lolland gefahren werden. Dort wird es dann aufbereitet und dem Enkel vorbehalten (sozusagen eine schiffige Art der Nachfolgeregelung).

So einfach wie gesagt stellt sich die ganze Sache jedoch nicht dar: Zwei Stunden dauert die Aktion. Ein Kompressor versorgt den Einzylinder-Diesel mit Druckluft. Die alte Maschine hat sage und schreibe 14 Liter Hubraum! Einige Male "hustet" der alte Schatz kreisrunde Rauchkringel in den Himmel, sieht toll aus, gibt allen Beteiligten (und auch den Zuschauern) Hoffnung - stirbt aber wieder ab.

     

Um 20:00 ist es dann endlich soweit und man macht sich auf den Weg.

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Mittwoch. 5. August '09
Von Kopenhagen auf Sjæland nach Møn auf Klintholm

Früh geht's wieder los, denn wir wollen direkt bis Møn durchziehen. Wir möchten einen Stopp überspringen, um einen letzten Tag zu gewinnen, den wir auf der Insel Hiddensee verbringen möchten.

Während wir aus der Stadt fahren, können wir noch einmal einen Blick auf das eine oder andere imposante Bauwerk werfen:


Der Hafen-Anleger mit Restaurant

Der Palast
     
Links Suchbild: Die kleine Meerjungfrau, macht ihrem Namen alle Ehre
Rechts: der Leuchtturm an der Einfahrt in's Hafengebiet

Diese Windräder passiert der Segler
vorbei an der Leuchtturm-Insel

Der Flughafen präsentiert Flugzeuge
im Minutentakt

Im Fahrwasser vor Kopenhagen treffen wir alte Bekannte: Vermutlich hat die Betagte alte Segeldame doch noch einen Hustenanfall bekommen, so dass man die Nacht im Industriehafen verbracht hat. Nun, im Morgenlicht sieht sie zumindest deutlich vorteilhafter aus als am Vorabend. Wir wünschen ihnen eine gute Reise.

Ein letzter Blick zurück gewährt noch einmal einen atemberaubenden Blick auf die Brücke, die Dänemark mit Schweden verbindet:

Heute soll es also wieder bis Klintholm gehen. Leider spielt der Wind nicht mit, so wird also einen Tag motort.

Immerhin nutzen wir die Gelegenheit, wie ein Ausflugsdampfer dicht unter den imposanten Kreidefelsen, den "Klinten" (nicht zu verwechseln mit einer bekannten amerikanischen Präsidentenfamilie) vorbei zu manövrieren.

In Klintholm festgemacht - heut übrigens mal nicht im Päckchen - genießen wir das herrliche Wetter auf dem Grillplatz - leider ohne Fisch - auch ohne Reh, aber dennoch von Matthias herrlich zubereitete "Schweinereien".

     

Der erlebnisreiche Tag wird heute noch mit besonders schönem Abendschmuck am Himmel gekrönt, neben einem tollen Sonnenuntergang auch noch eine fantastische "Mond-Laterne":

  

Abschließend erwartet uns heute allerdings noch ein Erlebnis der besonderen Art:

Fische kaufen
Was man so erlebt, wenn man nachts einkaufen geht.

Was die kulinarische Versorgung angeht, ist ja nichts schöner als Fisch frisch vom Kutter zu kaufen und auf dem mitgebrachten Grill zuzubereiten. Da gleich nebenan der Fischerhafen ist, wollen wir diesen Plan in die Tat umsetzen. Matthias weist uns gegen 23:00 darauf hin, dass gerade die Fischer reinkommen, also machen Dietmar und ich uns auf den Weg, direkt beim Lieferanten einzukaufen - auch wenn uns die Uhrzeit wundert, denn normalerweise waren wir der landläufigen Meinung, dass Fischer früh morgens zurück kommen.

Kutter eins ist leider eine Enttäuschung, denn dort sind nur angelnde Touri's an Bord. Und Touristen kann man bekanntlich nicht so gut grillen - sie gelten auch weithin als unverdaulich.

Also lassen wir unsere Augen suchend über das Hafenbecken kreisen und entdecken in der hintersten, dunklen Ecke noch einen Kutter, der gerade eingelaufen sein muss. Zumindest ist er beleuchtet und es ist Leben an Bord.

Während wir uns dem Kutter nähern, entdecken wir ein großes schwarzes Auto mit einem Stern auf der Motorhaube. Irgendwie will so eine Luxuskarosse nicht in unser Bild vom gemeinen Fischer passen. Als wir den Kutter erreichen, begegnet uns ein großer Kerl am Mercedes und schaut uns nicht besonders vertrauenserweckend an. Es stellt sich plötzlich die Frage: Was wird denn hier um Mitternacht verladen? Doch keine kleinen Tütchen mit weißem Pulver.

Ein verstohlener Blick auf das Deck erschüttert dann auch: Ein aufgeschlitztes, felliges etwas mit vier weit auseinander gestreckten, hellbraun behaarten Beinen liegt auf der Fläche, auf der sonst wohl die Fische ausgenommen werden. Zwei starke Burschen machen sich mit Messern daran zu schaffen.

Das reicht uns soweit, wir halten gar nicht erst an, sondern machen uns schnell und zielstrebig auf den Weg zur abgelegenen Kaimauer - zum Glück wollten wir sowieso den Vollmond fotografieren und nutzen somit dieses willkommene Alibi, um den Eindruck jeglicher Neugier zu entkräften.

Frage: War das der Hund des Skippers oder wirklich ein Reh? Aber seid wann fängt man in der Ostsee Rehe?

Eine ganze Reihe Vollmond-Fotos später müssen wir zwangsläufig zurück zu unserer Yacht. Und tatsächlich: Nun hängt ein Reh-Kadaver an einer gespannten Leine über dem Deck.

Tja: Wenn der geneigte Leser nun eine Auflösung dieses Rätsels sucht, müssen wir Euch leider bis auf den Sankt-Nimmerleins-Tag vertrösten. WIR haben uns jedenfalls nicht um eine Aufklärung bemüht, sondern gemacht, dass wir wegkommen.

Das Einzige, was bleibt, ist ein Foto vom Vollmond - auch sehr schön - und gegrillten Fisch gibt's dann eben ein andermal.

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Donnerstag. 6. August '09
Von Klintholm auf Møn nach Vitte auf Hiddensee

Auch heute scheint der Wind zu schlafen. Also wieder ein Motortag. Ziel ist ein kleiner und zudem sehr beliebter Hafen: "Vitte" auf Hiddensee. Damit wir überhaupt eine Chance auf einen Platz haben, starten wir zeitig und fahren zielstrebig in Richtung Südost. Zu allem Überfluss kommt das bisschen Wind, den es gibt, auch noch genau aus dieser Richtung.
Also wird Maschine gefahren. In der Hoffnung, zum Ende des Tages noch einen kurzen Anlieger fahren zu können, halten wir etwas nach Osten vor. Die Rechnung geht auf. Im Laufe des Tages nimmt der Wind zu und wir können zumindest die letzte Stunde, bevor wir in das Fahrwasser bei Rügen einmünden, segeln - Hurra!

  

In Vitte haben wir das gleiche Glück wie in Møn am zweiten Tag: Gleich bei der Hafeneinfahrt dürfen wir bei einem Berliner festmachen.

Das Bild zeigt deutlich, wie man in der Hauptsaison den Steg-Kopf durch geschickte Festmacher-Manöver verlängern kann - natürlich nur in die Abstimmung mit dem Hafenmeister ;-)
(Was zumindest in Vitte sehr ernsthaft berücksichtig werden sollte!)

Zum Berliner:
Ein altes Boot mit Kunststoffrumpf und Holzaufbau mit einer netten Truppe an Bord. Als Dankeschön spendieren wir erstmal unseren Anleger an die Besatzung des Nachbarseglers. Im Zuge des Abends lernen wir uns dabei besser kennen: Der Berliner hat das Boot von einem Dänen gekauft und drei Jahre liebevoll generalüberholt. Nun ist er im Ruhestand und seit drei Monaten auf See. Als wir ihm begegnen, hat er Tochter, Schwiegersohn und Enkelkinder an Bord.

Wir haben viel Spaß gemeinsam, besonders als aus unsere Kombüse von Monika und Dietmar eine Besonderheit serviert wird: Eine Melonenbowle in Original-Melonenschale.

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Freitag. 7. August '09
Ein Tag auf Hiddensee und zurück nach Breege auf Rügen

Den neuen Tag verbringen wir - wie geplant - auf Hiddensee. Wir leihen uns Fahrräder und erkunden den Weg zum Leuchtturm sowie die Kleinkunst- und nicht zu vermeidenden Touristikläden in Kloster, dem kleinen, nördlich gelegenen Hafenort. Und natürlich Kachelmanns Leuchtturm an der Nordspitze der Insel.

Spaziergang über Hiddensee:

  

     

  

        

  

Um 16:00 dann das Unvermeidliche: Wir müssen zurück zu unserem Ursprungshafen, denn morgen früh heißt es: Rückgabe der Yacht und Heimreise.

Abends wollen wir noch Volltanken. Was uns leider nicht gelingen wird, da die Tanke um 18:00 dicht macht und wir - dank unseres Genusstages - erst um 19:00 ankommen. Ein Gutes hat das ganze allerdings: Die Bunkerstation ist direkt am Kai und mit dem Auto erreichbar. Man erlaubt uns, hier festzumachen, dann wären wir gleich am kommenden Morgen die Ersten an der Zapfsäule. Außerdem können wir mit dem Auto direkt bis ans Schiff fahren und entspannt umpacken. (Sollte man sich merken!).
Abschließend gehen wir noch lecker essen und packen danach noch zwei Stunden lang, damit der Abreisetag entspannt beginnen kann.

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Samstag. 8. August '09
Ab nach Hause

Wie geplant, tanken wir voll, packen das Auto zum größten Teil fertig und verholen anschließend die Yacht an ihren Liegeplatz.
Nun brauchen wir nur noch den Taucher abzuwarten und das Schiff klarieren. Schließlich sind wir um 10:30 abreisebereit. Wie gesagt: entspannt, entspannt!

Quintessenz

Wir kommen wohl in das Guinnes-Buch der Rekorde, denn die Motormeilen sind dieses Mal deutlich mehr geworden als unsere Segelmeilen, Dafür haben wir tolle Zeit bei unseren Landgängen verbracht, die zudem mit herrlichem Wetter begünstigt waren. Rundherum ein gelungenes Unterfangen.


Und Tschüss! (der Skipper steht "hinter" dem Bild ;-) )

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Stand: 21.09.09