Rund Lolland im Mittelmeer

 

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Henrik Is Over The Ocean*

Hallo, ich bin Henrik, und ich muss Euch jetzt mal was erzählen:
 

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Endlich war er da, der heiß ersehnte Tag, an dem es in die Ferien ging. Meine Mama und mein Papa hatten für diesen Sommer einen ganz besonderen Urlaub geplant. Zusammen mit Monika und Dietmar, Freunde meiner Eltern, die ich nicht wirklich kenne und dem Skipper Ralf, wollten wir alle segeln. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann wohl auf einem richtigen großen Meer. Mein Papa und meine Mama sind Segelfreaks und der Ralf noch viel mehr.

Ach ich habe ganz vergessen mich vorzustellen. Also ich heiße Henrik, bin 5 Jahre alt und wohne in Gelsenkirchen. Genau genommen bin ich eine Landratte, aber mit meinen Eltern zusammen war ich schon oft auf dem Halterner Stausee segeln und auch schon einmal mit dem großen Schiff vom Ralf.

Das ganze Gepäck stand in unserer Diele und ich habe nicht schlecht gestaunt, was wir alles mitnehmen wollten. So groß ist unser Auto auch nicht. Na und dann sollte der Ralf auch noch mitfahren und brachte auch noch soviel Zeug. Na ja, mir konnte das egal sein, ich hatte meinen festen Platz, denn Kinder sitzen ja bekanntermaßen in einem speziellen Kindersitz. Hauptsache, die Eltern kommen nicht auf die Idee, dass vielleicht mein Schlauchboot nicht gebraucht würde. Doch darauf passte ich besonders auf. Endlich konnten wir alle einsteigen und los ging die Fahrt. Der Ralf tat mir ja etwas leid mit seinen langen Beinen so eingequetscht zu sitzen, aber er hat es mit Humor überlebt.

Puh, so lang hatte ich mir die Autofahrt ja nicht vorgestellt und dann auch noch Stau. „Wann sind wir endlich da?“ fragte ich und war wohl ohne eine Antwort zu hören eingeschlafen. Als ich aufwachte waren wir in Warnemünde auf dem Parkplatz und Monika war schon da.

Mama legte mir eine Schwimmweste an und meinte, dass ich die nun immer tragen müsste. Meinte sie etwa auch in der Nacht? Irgendwie drücken sich die Erwachsenen nicht wirklich so aus, dass man alles verstehen kann. Aber wie wichtig so eine Schwimmweste ist, sollte ich dann in wenigen Minuten bereits erfahren.

Na das war ja mal was. Ein richtig großes Segelschiff mit Badeplattform sollte nun unser Zuhause für die nächste Woche werden. Das Schiff hieß Sir Henry, war eine Bavaria 38 und hatte für meine Begriffe einen etwas dicken Bauch. Aber damit war Sir Henry nicht der einzige, beim Blick um mich herum.

Schnell auf das Schiff und eine erste Inspektion. Wie sieht das alles wohl erst innen aus? Doch da hatte  ich die Rechnung nicht mit den Erwachsenen gemacht. Das Schiff musste erst der Ralf und ein Typ von der Chartergesellschaft ansehen. Auch egal, im Hafen gibt es noch genug anderes Interessantes zu erkunden.

Hoppla-platsch-was war das denn???!!!! Von der Badeplattform war ich nichtsahnend in der Ostsee gelandet. Zum Glück stand Monika direkt vor mir am Steg und holte mich wieder heraus. Alles war nass und triefte. Ich sage Euch: So eine Schwimmweste ist doch was wert. Ich werde sie wohl doch Tag und Nacht  tragen!?

Ich habe ja nicht mehr geglaubt, dass ich das noch erlebe und die Erwachsenen endlich fertig werden. Nun zu guter Letzt passiert noch ein Unfall und der Topf mit der Spagettisoße kippte zur Seite und die Soße ergoss sich auf den Steg. Ich fand, das war kein Schaden, mir schmecken die Nudeln sowieso am Besten ohne alles.

Überhaupt ging beim Schiffbeladen noch so einiges zu Bruch. Deshalb gab es zu allem Übel am ersten Abend Bratheringe, denn auch diese Verpackung war dahin. Doch das interessierte mich alles nicht mehr, ich schlief einfach ein und dann war da der nächste Tag.

Also ich sage euch, so ein Segeltörn ist schon eine aufregende Sache, was da alles gemacht werden muss: ablegen, Seile und Fender an Bord holen, Segel setzen, mit dem Ruderrad den Kurs halten, auf Hindernisse achten, den roten, grünen, gelben und ich weiß nicht wie Tonnen nachfahren, den Fischernetzen ausweichen und dann irgendwann endlich anlegen. Das fand ich übrigens war das Beste. Die Hafeneinfahrten haben nämlich grüne und rote Lichter und die sind am Abend sehr schön.

Ach übrigens so ein Segeltörn hat noch einen Vorteil. Wenn die Erwachsenen lange segeln muss man garantiert nicht früh schlafen gehen und das auch gar nicht mit den Eltern diskutieren. Wenn ich dann tagsüber müde war, habe ich einfach an Deck in den Armen von Mama geschlafen.

Einmal wurde ich seekrank von den vielen Wellen, aber das war dann am Abend wieder vorbei.

So segelten wir eine Woche in der Ostsee von Insel zu Insel. Ich sage euch nochmals, das ist eine aufregende Sache und da gibt es einfach viel zu sehen und zu erleben. In einem Hafen wollte ich mit den Kindern spielen und staunte nicht schlecht, die sprachen ja gar kein Deutsch. Auch egal, schließlich gibt es ja noch die Hände und die Füße.

Auf der Insel Vejø besuchten wir einen weißen Leuchtturm und hier konnte ich am Strand spielen und im Meer baden gehen. Außerdem bin ich mit Papa im Hafenbecken im Schlauchboot gerudert.

Und stellt euch vor, da haben uns fast Piraten mit einem Katamaran gerammt. Das konnten die Erwachsenen gerade noch verhindern.

Ist eine Woche segeln kurz oder lang? Keine Ahnung, aber es hätte noch so weitergehen können. Doch Ralf, Monika und Dietmar müssen wieder arbeiten und deshalb war die Seereise nach einer Woche vorbei. Zum Abschluss malte ich mir zur Erinnerung eine Seekarte. Da staunten die Erwachsenen nicht schlecht und Mama beschloss, diese aufzubewahren.

Das ist das alte Leiden von uns Kindern. Wir werden immer für kleine Kinder gehalten und die Großen unterschätzen laufend was wir schon alles können. Aber auch egal, dann ist das halt mein Geheimnis und wenn sie dann wieder einmal staunen, dann freue ich mich.

Ich glaube, ich habe viel vergessen zu erzählen, aber ich bin jetzt müde.

Also – eine Seefahrt, die ist spannend - Schiff ahoi -  auf ein Neues und bis bald

Euer Henrik

* Henriks Gedanken in Worte gefasst mit Unterstützung unserer Monika

Stand: 25.08.08