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SKS-Törn
Urlaub in der dänischen Südsee und Prüfung in Heiligenhafen

Carla, die Luffe 43 der Yachtschule Niestrat, haben wir mir vier Leuten für unseren Prüfungstörn zur Verfügung gehabt. Das schnelle Schiff für unseren Ausbildungstörn benutzen zu können, war schon was besonderes - das hat am Ende auch der Prüfer gemerkt. Zum Leidwesen von uns armen Prüflingen. Er wollte gar nicht mehr runter von Bord: Los, Fritz, fahr noch mal 'ne Wende!

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Erster Tag (Samstag, 28.6.2003)
Bunkern, kranen und loslegen - nach Lemkenhafen.
 

Kurz nach der Anreise: Die Carla hängt nach einer kleineren Operation am Kran.

Unser Skipper Albin packt an, wo es nötig ist.

Albins erste Worte an uns sorgen erst schon mal für die nötige Ruhe bei den "Prüflingen": So, ihr macht hier Urlaub und ich sorge dafür, dass Ihr alles könnt, um die Prüfung zu bestehen.


Die anschließende Törnplanung ergibt: wir wollen nach Möglichkeit noch heute den Sprung nach Dänemark schaffen - also südlich an Langeland vorbei nach Marstal oder Aeroskobing.

So sah unsere Route aus. Wer es gerne größer hat sollte einfach mal auf die Karte klicken:

 


Dummerweise hat wohl der Wind bei der Törnplanung nicht richtig aufgepasst, denn irgendwie hat er heute Vormittag verschlafen. Ergebnis: Wir korrigieren den Plan und machen erst mal einen kleinen ersten Schlag in Richtung Lemkenhafen.

 


Hier treffen wir denn auch zahlreiche Leidensgenossen, die ihre Not zur Tugend gemacht haben. Sie liegen vor Orth vor Anker, baden in der (mehr als 20 Grad) warmen Ostsee und lassen es sich gut gehen.
 

Lemkenhafen: In dem ruhigen kleinen Privathafen betten wir uns zur Ruhe und hoffen darauf, dass morgen etwas mehr Wind herrscht, der uns nach Nordosten ziehen wird.

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Zweiter Tag (Sonntag, 29.6.2003)
Von Lemkenhafen nach Ærøskøbing

 

Alles klar: Der Tag kann kommen! Gut gefrühstückt, leckere Brötchen, nur mit dem Kaffee haperts: Er will partout nicht durch die Filtertüte laufen. Haben wir evtl. zu fein gemahlenes Pulver gekauft? Oder die falschen Filtertüten? Egal, das bekommen wir noch raus, jetzt geht es erst mal los:
 
Früh am Morgen geht es durch das gut betonte Fahrwasser vor Lemkenhafen auf nach Ærøskøbing.


Auf dem Weg nach Ærøskøbing liegt der kleine, verträumte Hafen Birkholm. Muss toll sein, hier mal in aller Einsamkeit zu verweilen - aber unser Törn- und Zeitplan lässt das nicht zu.
 
Albin hat immer ein Auge auf seine Schützlinge ;-)

Zur Abwechslung zwischendurch kochen wir uns mal 'nen Kaffee. Wir haben festgestellt, dass wir altes Pulver genommen haben. Jetzt probieren wir mal das neue. Klappt aber auch nicht besser.



Im Hafen von Ærøskøbing: Nachbar's Boot - bestückt mit jugendlichem Nachwuchs - sorgt durch umfassende Brotspenden für aufmerksamen Besuch auf den Achterpfählen.

Sieht hier zwar beschaulich auf, bedeutete aber beträchtlichen Lärm (Kreisch, kreisch!)


Zum Greifen nah, hinter der Hafenmauer lockt eine vorgelagerte Insel zum Ankern.

Wer es gerne etwas ruhiger hat muss also nicht im Hafenbecken liegen!


Schönes Wetter, anspruchsvolles Navigieren im Mørkedyb-Fahrwasser (von Marstal nach Ærøskøbing) ..., und schneller als geahnt ist auch schon der zweite Tag 'rum.

 

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Dritter Tag (Montag, 30.6.2003)
Von Ærøskøbing nach Omø.

 

Der Tag fängt gut an: Der Kaffee will und will nicht durch den Filter laufen. Jetzt haben wir schon die gute Melitta-Tüten ausprobiert, nutzt aber auch nichts. Na gut, wenn das das einzige ist, was nicht funktioniert.

Gut, dass das Wetter nicht so mies drauf ist, wie der Kaffee. Die strahlenden Gesichter sprechen Bände.

So macht segeln Spaß - und wir uns auf den Weg nach Omø.


Vorbei an der Insel Hjortø geht es Richtung Svendborg Sund.
 
Der nette kleine Schlag entwickelt sich bei traumhaftem Sonnenschein zur regelrechten Segelboot-Parade.

 


Richtig schön werden die Aussichten dann allerdings im Sund: Albin hat uns nicht zu viel versprochen. Einfach malerisch, diese kleine Site-Seeing-Tour.

Es gibt jedoch nicht nur schicke Yachten zu sehen, sondern auch traumhafte Wohnlagen - hier läßt es sich sicher gut leben. Die Fahrt durch den Sund ist wie eine nette kleine Immobilien-Show: Ob nobel mit der passenden Yacht davor ...

... oder eher zurückgezogen in ruhiger Lage und versteckt hinter Bäumen.

Kurz vor Svendborg geht es noch unter der Svendborg Sund-Brücke hindurch ...

... um dann anschließend nach dem Festmachen einen kleinen Stadtbummel anzuschließen.

Hier lassen wir uns dann mal zur Abwechslung einen Kaffee kochen. Nach einigem Hin- und her an der Kasse, da hier nur in Kronen gezahlt wird.


Der Bahnhof ist ein Traum in Nostalgie, oder?


 

Anschließend folgt noch ein weiterer Abschnitt an Yacht- und Immobilien-Besichtigung.

 


Abschließendes Ergebnis der Sund-Durchquerung: Hier muss ich unbedingt mal bei Nacht hin. Die Befeuerung ist sicherlich eine spannende Angelegenheit.

Für eine größere Darstellung bitte auf die Karte klicken.


Dann geht es wieder raus in die "rauhe, weite See" ;-) Mit harten Kerlen an Bord der Carla. Tja wie das Leben so ist - wenn wir doch nur einen prima Kaffee hätten.

Aber wir sind hart und ziehen durch: Noch ein paar Stunden und wir können auf Omø festmachen - im Päckchen versteht sich. Denn wer zu spät kommt, den bestraft ... der Hafenmeister.


Auch, wenn es kaum zu erkennen ist: Omø gibt es tatsächlich!
Und zwar genau dort, wo der rote Pfeil hin zeigt!

Der Hafen auf Omø macht unzweifelhaft den Eindruck, dass hier Fischfang noch ernsthaft betrieben wird.

Ein kleiner Inselrundgang schließt diesen wunderbaren Tag ab. Die Quellbewölkung wirft allerdings einige Fragen auf: Wer gewinnt? Der verheißungsvolle Sonnenuntergang oder die geballte Wolkenladung?


 

Schon wieder ein Tag zu Ende. Mit einem Etmal von 43 sm hat nun auch der letzte im Bunde fast die erforderliche Strecke für die Zulassung zur praktischen Prüfung hinter sich gebracht.

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Vierter Tag (Dienstag, 1.7.2003)
Von Omø nach Spodsbjerg

 

Tja, da war das schöne Wetter dann vorbei. Aber so ist halt das Seglerleben.

Leider kommt es aber noch schlimmer: Am späten Vormittag müssen wir den Weg in Richtung Süden einschlagen. Nur den - vom Wetterdienst versprochenen - Westdreher nimmt der Wind leider nicht ernst. Er bläst konstant aus Süd. Dazu hat er sich auch noch Verstärkung geholt: Einen satten Strom von mehr als zwei Knoten von Süd. Als uns dann plötzlich die Bojen nicht mehr von vorn, sondern von hinten näher kommen, bleibt uns nichts anderes übrig als die Unterwasser-Genua einzuschalten.


Nun gut: Es gilt aus allem das Beste zu machen. Unter Maschine bewundern wir Langelands Ostküste und kochen Kaffee.

Zahlreiche empirische Analysen haben dazu beigetragen, mittlerweile ein einigermaßen brauchbares Verfahren zu entwickeln. Details finden sich weiter unten, am Ende des Artikel. Neugierige können auch einfach auf die Tasse klicken.


Nach dem Anlegen in Spodbjerg heißt es dann: Für das leibliche Wohl sorgen. Mittlerweile hatte ich mich lange genug gedrückt und war nun endlich unausweichlich an der Reihe. Mit Fritz' Unterstützung wurde ich ungewollt zum Smutje unter Deck. Angesagt war eine frische Gemüsepfanne mit Bratkartoffeln und vormals frischem Salat.

Während der Essensvorbereitung genehmigte sich Albin derweil schon mal einen - na was schon - Kaffee.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und schneller als geahnt, war auch schon wieder alles vorbei.


Da liegt sie: Unsere schnelle Schönheit - und wartet eigentlich nur darauf, ihre Geschwindigkeit unter Beweis zu stellen.

Aber dazu hat Ihr heute der Motor die Schau gestohlen.



Die Seemänner machen sich auf den Weg zum Landgang

Auch wenn Spodsbjerg eigentlich nur durch eine einzige Landstraße durchzogen wird, lohnt sich ein kleiner Fußmarsch durch das Dorf. Erstaunlich waren die - nahezu durchgängig in deutscher Sprache beschrifteten - Zubehörläden für Hobby-Fischer ... und natürlich dieses Hotel.

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Fünfter Tag (Mittwoch, 2.7.2003)
Von Spodsbjerg nach Heiligenhafen

 

Am nächsten Tag startet der ausgiebig ereignislose lange Schlag zurück in Richtung Heiligenhafen. Dort soll uns übermorgen früh der Prüfer erwarten. Wir nutzen die Gelegenheit über Wetter, Wolken, Wind und Trog zu philosophieren. Danke an die Mitsegler für alle Geduld in Bezug auf meine ausdauernde Fragerei.


In Heiligenhafen erwartet und ein regelrechtes Masten-Heer ...

 

 

 

... und natürlich ein netter Kaffee.

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Sechster Tag (Donnerstag, 29.6.2003)
Count Down: Üben in Heiligenhafen

 

Heute, am Donnerstag ist es dann so weit: Albin entschließt sich, uns in die letzten Feinheiten zum Bestehen der Prüfung einzuweisen ;-)

Das wichtigste vorweg: Rettet die Boje!

Fritz wirft ... und ...

 

... ja, wo ist sie denn?

Jungs, schaut doch einfach mal nach hinten!

 

Naj endlich - prima, jetzt nur noch rausfischen. Hey Steuermann, näher, näher, noch näher ....

 

... gut so! Gleich hab' ich sie. Jetzt nur nicht schwach werden (bloß nicht an Kaffee denken).


Und da haben wir sie endlich: Das Objekt der Begierde.

Na ja, Felix, wenn ich ehrlich bin: Ein Lachs in der Größe wäre mir lieber gewesen.

Und so geht das den ganzen Vormittag: Boje raus, Boje rein!

 

Zur wohl verdienten Mittagspause machen sich die Seebären auf den Weg in die City - ich klinke mich aus - muss unbedingt noch ein Geburtstags-geschenk für meine bessere Hälfte besorgen.


Nach der Pause geht's dann weiter: Boje, Anlegen, Ablegen, Ankern, Peilen, Positionsbestimmung, und, und, und ...

Am Abend laden wir dann den Skipper zum entspannenden Abschluss-Tafeln: Lecker Fisch in Heiligenhafen.

Sowohl ENTspannt als auch GEspannt geht es dann anschließend ab in die Koje.

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Siebter Tag (Freitag, 29.6.2003)
Der Tag der Wahrheit

 

Wie zu befürchten war, haben wir während der Prüfung nicht fotografiert. Daher gibt es diesen Teil hier nur verbal.

Das war ja klar: Eine Woche lässiger bis kein Wind und am Tag der Prüfung Wettervorhersage mit Sturmwarnung! Zum Glück war der Wind gestern beim Üben auch schon einigermaßen satt. Daher trifft es uns heute nicht so ganz unvorbereitet. Aber mindestens 5-6 und in Böen bis 8 ist vielleicht doch ein bisschen viel für uns - und dann noch dieser penetrante Regen. Vielleicht sollte ich mir doch lieber Kontaktlinsen besorgen, aber dafür ist es jetzt leider zu spät.

Aber um es einigermaßen kurz zu machen: Zunächst stand am Steg ein zu tiefst beeindruckter Prüfer: WOW! Was ist das denn für 'ne schicke Yacht. Sieht aber schnell aus. So was sieht man hier nicht alle Tage. Ich prüfe ja sonst nur auf B......a!

Nun gut, scheint ja gut gelaunt zu sein - kann also nichts schief geh'n. Das Ablegen aus der Box bei raumschots 5-6 Bft. klappt auch einiger Maßen und dann geht es los Richtung Industriehafen.

Warum muss er mir aber auch ausgerechnet eine Frage zum einmündenden Fahrwasser stellen - weiß er denn nicht dass mich über Wetter und Trog schlau gemacht habe? Na ja, nach einigen Eselsbrücken durch den Prüfer gilt meine Antwort als richtig und mein Adrenalinspiegel ist auch korrekt eingenordet.

Dann kommt Fritz an die Reihe. Die Begeisterung des Prüfers über die flotte Luffe muß Fritz ausbaden: "Je wenden wir mal, jetzt halsen wir mal, können wir nicht noch höher an den Wind? 6 Knoten bei zweifach gerefftem Groß und 2/3 gereffter Fock. Prima, mach' doch noch mal 'ne Wende!" Es scheint kein Ende nehmen zu wollen. Endlich ist es Zeit für die Boje. Alles klappt prima und Fritz kann durchatmen.

Bei Jörg gibt es keine besonderen Vorkommnisse. Eine etwas nickeligere Frage wiegeln wir einfach ab mit: "Er hat ja noch keine Theorie gemacht". Alle anderen Fragen legt Jörg lässig mit Bravour Ad Acta.

Das ausgerechnet ich - mit den meisten Meilen - die Boje beim ersten Mal verpasst habe vergessen wir mal ganz schnell. Der Rest lief wenigstens super sauber. Prüfer O-Ton: "Dass Sie bestehen war ja klar, spätestens nach dem Segeln" (Mein purer Stolz wird nur noch dadurch eingedämmt dass ich mich immer noch Frage, was er denn wohl mit dem durchgehenden Fahrwasser gemeint hat).

Geschafft!

Entspannung macht sich auf allen Gesichtern breit: Jörg, rechts außen kann sich jetzt schon auf die Theorie freuen!

 

So locker war Fritz die ganzen acht Tage nicht ...

 

... und ich tu so gelassen wie ich kann.

 

Und unser Skipper: Captain Picard, hat alles im Griff.

Kurs: Immer geradeaus und auf zu neuen Abenteuern!


So, das war's dann wohl!

Noch vor drei Tagen hab' ich gesagt, jetzt zwei Jahre Pause.

Aber im Moment denke ich doch darüber nach, ob ich den SSS nicht schon zum Jahresende in Angriff nehmen sollte.

Aber vorher mache ich erst noch mal einen VHS-Kurs zum Thema Kaffee kochen.

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Bonusmaterial

SKS-Kaffeerezept

Wer wirklich guten Kaffee will findet hier die richtige Anleitung: Einfach auf den Wasserkessel klicken!

Stereo-Fotografien

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Bildschirmhintergrund


Nett vor Orth vor Anker liegen - so strahlt der Monitor die nötige Ruhe aus!
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Stand: 05.05.04