Kanaren-Rallye 2008

 

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Kanaren Rallye 2008

Wie schon im vergangenen Jahr, startet dieses Jahr die Segelsaison bereits im Februar. Im Rahmen einer Charter-Regatta (der Canary Islands Charter Week) wird es zwischen den kanarischen Inseln "auf und ab" gehen.

Der Plan ist ganz einfach: Eine Woche segeln, davon mindestens einen Tag im Wettkampf mit ca. 10 gleich gesinnten anderen Crews. Nur dieses Mal sogar mit einem besonderen Schmankerl: Die Charter-Agentur bietet uns 10 Tage zum Preis von einer Woche. Wer kann da noch widerstehen?

Unser Fahrtgebiet "von oben":

(C) 2004 Microsoft Corporation und/oder deren Lieferanten, alle Rechte vorbehalten

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Tag 1: Mittwoch, 13.2. - Anreise
Well prepared

Um 6:30 geht der Flieger ab Düsseldorf über Nürnberg auf die Insel Teneriffa.
Gut, dass ich dieses Mal etwas früher am Flughafen war. Denn, obwohl ich meine Rettungsweste hoch offiziell angemeldet hatte, gab es dieses Mal einige Bedenkenträger: Zuerst den Mann am Counter, der mich dann mit meinem Reisegepäck zu einem Schalter namens "Bulk Luggage" schickte. Dort wurde die Tasche dann durchleuchtet. Nach einigem Hin und Her, ging sie jedoch wie erwartet durch.
Am Gate B 53 stoßen gleich zwei weitere Crewmitglieder dazu: Wolfgang und Christian. Bei unserem Zwischenstopp in Nürnberg sind wir dann schon zu viert. Die Nummer Vier: Philip.
 

In Teneriffa angekommen, geht es weiter mit dem Bus vom Flughafen nach Santa Cruz, ca. 1 Stunde.

Im Hafen wartet Jürgen (unser Skipper) schon unter dem Steg. Ja, richtig gelesen: Im Neopren-Anzug sieht er sich die übernommene Yacht von unten an: Alles klar!

Zur weiteren Schiffsübernahme verteilt er Checklisten an die Crew, die mittlerweile komplett ist. Denn unser Mitsegler und Co-Skipper Martin ist bereits an Deck.

(Foto: Jürgen bei der Erledigung der Übernahmeformalitäten mit einem Mitarbeiter der Charteragentur)


Wer noch ein paar Bilder von unserer Anreise und unserem abendlichen Stadtbummel in St. Cruz sehen möchte, ist herzlich eingeladen, uns durch die Fotoausstellung zu begleiten.
Bildergalerie: Einfach hier klicken oder eines der Bilder anklicken:

           

           
(Cool - so'ne Galerie! Habt Ihr noch eine? Ja, hier klicken!)

Nach unserem Stadtbummeln genießen wir noch die lauwarme Nachtluft gemeinsam mit einem Gläschen Rotwein in der Plicht: Der Urlaub hat begonnen.

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Tag 2: Donnerstag, 14.2. - Go East
24 Stunden online!
6:30 und schon ist Leben im Schiff - von wegen Urlaub! Um unseren ersten, ausgedehnten Schlag zu machen (140sm), wollen wir um 7:30 frühstücken und zügig ablegen.
 

Frühstück im Morgen-"Grauen"
 

Wolfgang mit dem GPS per Du!
 
Morgens, vor dem Ablegen, wird die neue Genua noch einmal geborgen, um neue Windfäden anzubringen. Ebenso werden an den Wanten Windfäden angebracht! Das ist auch nötig, denn wir werden den fehlenden Verklicker der Yacht noch sehr vermissen. Anschließend spricht Jürgen mit uns die geplanten Routen für die kommenden Tage durch. Natürlich wie bei der Ziehung der Lottozahlen: Ohne Gewähr.
 

Nach einer Sicherheitseinweisung durch Jürgen geht es schließlich um 10:00 los. Auf der anderen Seite des Stegs liegt Walters Crew, die mit uns an der Regatta teilnehmen wird. Ein schnelles Abschlussfoto von beiden Seiten und auf geht's.

Der Tag verläuft reibungslos. Wie erhofft hängen wir in der Plicht und genießen die Sonne bei achterlichem Wind - war auch nötig, nachdem wir die ersten Stunden dieseln mussten, da der Wind mit 1-2 Windstärken nicht ausreichte.

Auch die Nacht überrascht uns mit mildem Wind um die 4 Windstärken aus Süd, so dass wir entspannt unserem Ziel entgegenreisen. Damit hätten wir nicht gerechnet.

Für die Nacht haben wir uns Wachen zu zwei Personen und je 3 Stunden eingeteilt. Ich bin um ein Uhr dran. Und das ist gut so, denn ich darf die Nacht genießen.

Ein letzter Blick auf Santa Cruz (Teneriffa):

 und unterwegs soll natürlich niemand hungern und frieren

wird das eine Windhose oder nicht?

Nein, wohl doch nicht.
 

Nach Einbruch der Dunkelheit sind wir wohl vorbereitet

Philip am Ruder und Wolfgang an "seinem" GPS.

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Tag 3: Freitag, 15.2. - Lanzarote sehen, baden und ...
... später mal weitersegeln

0:50: Jürgen steht an meiner Kabinentür und weckt mich mit einem deutlichen "Ralf". Meine Wache beginnt: Herrlich! Nicht nur, dass der zunehmende Mond hell über dem Wasser strahlt, sondern auch eine extrem helle Sternschnuppe begrüßt mich an Deck.
Jede Stunde einen Eintrag in die Karte, ein fetter Frachter, der aus der Nacht auf uns zuhält und schließlich an der Backbordseite passiert. Und die ganze Zeit steuerbord querab: Walter mit der zweiten Crew, die ursprünglich mal vor uns waren.
Am meisten beeindruckt mich allerdings das Meerwasser, das durch unseren Bug aufgewühlt wird: Hunderte kleine phosphorizierende Punkte erleuchten die Schaumkronen, da kann man schon romantisch werden und über Feen und Elfen nachdenken.
Da soll mal einer sagen, so eine Wache sei langweilig. Nichts dergleichen. In Nullkommanix sind die drei Stunden vorbei und ich hau' mich wieder auf's Ohr.
Um 9:00 laufen wir dann schließlich den Hafen Marina Rubicon auf Lanzarote an. Um 10:00 machen wir beim Hafenmeister fest und lassen uns unseren Liegeplatz zuweisen.

Ein erster Blick auf die Küstenstadt:



Kaum festgemacht, schon am Handy ...



Blick über die großzügige Hafenanlage

Nach einem ausgiebigen Frühstück teilt sich die Crew. Ein Teil mietet sich mit Leuten aus Walters Truppe einen Wagen und erkundet die Insel. Wir anderen bleiben hier. Wollen den Lebensmittelvorrat aufstocken und Jürgen will mit uns zu einer malerischen Bucht zum Ankern. Doch zunächst haut sich dieser unternehmungslustige "Rest" erst einmal aufs Ohr. Bis auf mich: Ich sitze hier schreibe diesen Törnbericht.

Die Mittagspause wird etwas länger und wir vertagen schließlich das Ankern auf morgen, als auflockernde Zwischenpause an unserem Trainingstag.

So verbringen wir den Rest des Tages nach dem Bunkern gemütlich mit einer kleinen Bummeltour durch die ansehnliche Marina ...

 

... und sitzen anschließend in einem Café an der Kaimauer und geniessen Cervisa, bzw. Weißwein und genießen den Ausblick:

Für den Abend hat unser Skipper den Geheimtipp: Ein Restaurant, in dem es eine spitze Paella gibt. Wir reservieren also einen Tisch und werden direkt vom Kellner darauf hingewiesen, dass es heute eine Spezialität des Hause gäbe: Paella vom weißen Fisch mit einer Eierhaube und grünem Spargel. Gut, wir sind ja für alle Abenteuer bereit, also soll es das sein.

Was dann kommt, trifft uns und letztlich unseren Skipper allerdings zutiefst. Man kann es nicht besser ausdrücken als mit Loriot: Sehr übersichtlich. Eine Art Fisch-Risotto mit verlorenem Ei. Die Portionsgröße ist dabei bedauerlicher Weise nicht für die ausgehungerten Mägen der "fahrenden Zunft" geeignet. Ebenso wenig die Vorspeise: Kanarische Kartoffeln, sehr nett anzuschauen, mit einer Käsedecke - jedoch für jedes Crewmitglied nur eine halbe. Und wer die Größe kanarischer Kartoffeln kennt ... nun ja, kein weiterer Kommentar.

Da scheint es unsere befreundete "Walter-Crew" am Nachbartisch etwas besser getroffen zu haben. Sie haben ihre Gerichte á la Carte bestellt und sind mit der Qualität sehr zufrieden - was unsere Stimmung nicht wirklich hebt.
 
Das wäre Ihr Preis gewesen ...
...aber Sie hatten sich ja für die Haute Cuisine entschieden ;-)

Um dem Abend dennoch einen krönenden Abschluss zu bieten, machen wir uns auf die Suche nach einer Bar, in der wir einen gepflegten "Carlos Primero" zu uns nehmen können. Nach Jürgens Einschätzung die Krone unter den Cognacs, auch wenn er nicht aus "Fronk-Raisch kömmt". Darum heißt er hier auch Brandy ;-)

Gesagt, getan, wir finden eine nette, kleine Lokalität mit gediegenem Ambiente: Im Wasserbecken direkt unterhalb der Terrasse tummelt sich die eine oder andere Leckerei:


Ein Fischschwarm mit Barracuda


 
Wir sind gespannt, was auf unseren leeren Tischen wohl bald stehen wird ...

Der Kellner serviert den "Carlos" förmlich in einer Zeremonie:

Im Detail: Die Cognac-Schwenker werden mit warmen Wasser vorgewärmt, anschließend der Brandy aus der Original-Flasche eingefüllt und...

... wir genießen.

Nach diesem dann doch noch sehr gelungenen Abschluss machen wir uns auf den Weg zurück durch die imposante Hafenanlage und verkrümeln uns nach einem letzten Glas Rotwein in unseren Kojen.*

* Wir können unserem Skipper natürlich nicht ersparen, dass das Wort Paella zum Unwort des Törns erklärt wird und er jedes mal schmerzhaft zusammen zuckt, wenn es fällt - was auf den Kanaren nicht selten vorkommt - sorry, Jürgen.

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Tag 4: Samstag, 16.2. - Training- und Kick-Off
Ein herzliches Willkommen an alle Teilnehmer

Heute ist mal Entspannung angesagt. Wir schlafen lang und frühstücken ausgiebigst. Das heißt: Unser Skipper bereitet phantastisches Rührei zu und wir genießen frische Brötchen.
Anschließend ist Training angesagt.
Nach dem Frühstück dürfen wir noch den offenen Markt am Hafen erleben: Hier gibt es Kunstgewerbe, Kleidung, etc. für den interessierten Touristen. Zu dieser Jahreszeit fallen wir übrigens überraschend auf - nicht als Touristen sondern als Statistik-Verfälscher: Mit jedem Crew-Mitglied, das die Marktfläche betritt sinkt der Altersdurchschnitt erheblich ;-)

 

Walter und seine Crew legen ab - zum Training:
 

Zur Vorbereitung auf die Regatta üben wir die Manöver bis deutlich nach Mittag. Dann wollen wir in Jürgens "Geheimtipp"-Bucht endlich ankern. Der Schwell ist jedoch gegen uns. Also geht es zurück in den Hafen zu einem kleinen Snack um die Mittagszeit.


So richtig ruhig sieht das in unserer Ankerbucht nicht aus, oder?

Der Abend wird vom Veranstalter organisiert und umfasst ein nettes Kennenlern-Buffett mit kanarischen Leckereien. Insbesondere die kanarischen Kartoffeln mit Mojo (gesprochen Mocho), einer würzigen Soße, sollen uns während unseres Törns noch häufiger begegnen.

  

  

Spezieller Service für Gäste:

Wer sich in dem Restaurant oder gar in der Marina verlaufen sollte, findet dort schnell den Wegweiser, der ihn zu seinem gewünschten Ziel führt:

 

Na, dann kann ja morgen bei der Regatta nichts mehr schief gehen.

Gute Nacht!

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Tag 5: Sonntag, 17.2. - Ein Schlag nach Süden
Von Lanzarote nach Fuerteventura

Die Wettervorhersage lässt nichts Gutes erahnen - auch nichts wirklich Schlimmes, außer für Segler: Nämlich keinen Wind, bzw. wenig. Und so starten wir auch in den Tag: Mit schlappen 1-2 Windstärken. Also konkret gesagt: Unter Maschine.

Die ersten 11 Meilen werden auch auf diese Weise gemeistert. Dann hat es endlich auf 3-4 Bft. aufgefrischt und wir setzen die Segel. Da der Wind dummerweise aus Süd-Süd-Ost kommt, heißt es aufkreuzen, aber immer noch besser als mit dem "Jockel" zu reisen.

 

Wer uns auf unserer Fahrt in den Süden begleiten möchte, kann dies nun fototechnisch tun. Einfach hier klicken oder eines der folgenden Miniatur-Bilder anklicken.

           

           

         
(Cool - so'ne Galerie! Habt Ihr noch eine? Ja, hier klicken!)

Nach 54 sm machen wir schließlich in Gran Tarajal auf Fuerteventura fest. Eine nagelneue Marina. So neu, dass selbst an Land noch viele Häuser im Bau sind. In der Endausbaustufe wird es sicher eine nette Anlage.

  

Den Abend verbringen wir an der Strandpromenade. Auf den Tipp einer Einheimischen sollen wir hier zahlreiche Restaurants finden.

Und so ist es dann auch. In einem netten, kleinen spanischen Restaurant direkt am Strand, genießen wir erstklassige Fischgerichte und ebenso guten Rioja zu günstigsten Konditionen (Fischgerichte unter 10 € und der wirklich gute Rioja zu 13 € pro Flasche).

Vor dem Schlafengehen können wir es nicht unterlassen, unserem "Gegner-Team-Walter" noch eine kleine "Laus in den Pelz zu setzen". Wir bändseln die aufgerollte Genua mit einem Stück Angelschnur ab - natürlich nur zur Sicherheit versteht sich ;-)

 

So neigt sich der Tag zur Zufriedenheit aller gegen Mitternacht dem Ende zu. Wir schlafen und träumen vom Sieg - voraus gesetzt, dass wir morgen Wind bekommen.

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Tag 6: Montag, 18.2. - Von Fuerteventura nach Gran Canaria
... noch ein Flautentag

Heute gibt es nicht viel zu erzählen. Der Wind lässt uns im Stich. Mit den angesagten 1-2 Windstärken aus Süd, drehend nach West, kann man keinen Blumentopf gewinnen. Und dabei sollte heute die erste Tages-Regatta stattfinden. Na ja, aber ohne Wind geht das eben nicht.

Dafür haben wir unterwegs wenigstens ein kurzes Unterhaltungsprogramm: Zwei Delphine besuchen uns - leider jedoch nur zur Stippvisite.

Einige Frachter beleben die Schiffsroute, so dass es nicht endlos langweilig wird.

Und damit wir unterwegs auch nicht vom Fleisch fallen, sorgt Skipper Jürgen für unser leibliches Wohl: Spaghetti mit Knofi und Zwiebeln:

Zum guten Schluss ist Entspannung angesagt:

Auf Gran Canaria wartet die nächste Überraschung auf mich: Las Palmas habe ich eigentlich immer mit "Urlaubsziel" assoziiert (Sonne, Sand, Strand und Meer). Was uns bei der Hafenanfahrt jedoch erwartet, scheint zunächst erst mal ein riesen Umschlagplatz mit Reede zu sein, mit einfachen Worten ausgedrückt: Es wirkt ziemlich industriell.

  

Im Hafen wartet die Aida Blue auf die letzten Kreuzfahrt-Gäste:

Der Weg zum Supermarkt schließlich hinterlässt den klaren Eindruck der Großstadt: Über eine achtspurige Straße (wie kommt man bloß darüber - sie wirkt eher wie eine Stadtautobahn) und dann noch einen halben Kilometer nach links. Der Supermarkt ("Hiper Dino" - was für ein Name für einen Supermarkt) ist allerdings auch super bestückt.

Abends folgen wir der Empfehlung des Hafenmeisters in die Altstadt und genießen eine gemixte Menge an Tapas, begleitet von einem einheimischen Wein. Genauer gesagt: tiefdunkler Rotwein von El Hierro, der südlichsten Insel der Inselgruppe. Der Abend ist ein absolutes Highlight des Törns: Ursprünglich und authentisch.

Zum Ausklang genießen wir den Abend in der Plicht gemeinsam mit Walters Crew und einem gepflegten "Carlos".

 

Bildergalerie: Auf dem Weg nach Gran Canaria

     

    

(Cool - so'ne Galerie! Habt Ihr noch eine? Ja, hier klicken!) 

Doch: Halt!
Vielleicht will auch noch jemand ein Panorama von Las Palmas sehen:

Und hier in Groß:

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Tag 7: Dienstag, 19.2. - Regatta-Tag
von Flauten und Delphinen

Bildergalerie: Morgendämmerung in Las Palmas (Gran Canaria)

           
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Der Morgen beginnt etwas frustrierend: Kein Wind. Gestern keine Regatta, heute auch keine? Da wenigstens etwas Wind angesagt war, machen wir uns unter Maschine auf den Weg zum angesagten Zielhafen an der Südostküste von Fuerteventura: Puerto Rico. Die Regatta-Leitung hat mehrere mögliche Start- und Zielpunkte festgelegt. So können wir starten und auch wieder enden, abhängig von der möglichen Windsituation.

Gegen 11 Uhr geht es dann los und der Wind hält prima durch. Eine entspannte Fahrt von ca. 5 Stunden mit Wind achteraus Richtung Süden. Obwohl wir nach Yardstick die langsamste Yacht unter den Teilnehmern sind, halten wir prima mit und rechnen uns unterwegs schon aus, dass wir nach der abschließenden Berechnung eigentlich die Sieger sein müssten.

Doch wie mein Vater schon immer sagte: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Eine halbe Meile vor dem Ziel (die ersten zwei Yachten sind bereits eingelaufen) schaltet der Windgenerator aus, sprich "Flaute". So verhungern wir kurz vor dem Ziel und müssen zusehen, wie eine dritte Yacht, die noch vor uns war, durch das Ziel treibt. Nach einer knappen viertel Stunde erreichen wir fast das Ziel mit Hilfe der Strömung von ca. einem Knoten. Dann setzt der Wind wieder ein - na toll, jetzt hilft es uns auch nicht mehr.

 

Bilder-Galerie: Regatta-Fotos

       

     

       

 

         
Noch eine Bildergalerie gefällig? Dann bitte hier klicken
...
 

Zunächst müssen wir unseren Skipper wieder aufbauen und holen - noch auf dem Wasser - ein Sixpack aus dem Kühlfach. Die abschließende Einfahrt in den Hafen lässt uns erschauern: Hier bekommt der Begriff "Bettenburg" eine reale Bedeutung:

Abends stellt sich heraus, dass wir vermutlich doch noch den ersten oder zweiten Platz gemacht haben. Am Ende der Woche werden wir wohl das verbindliche Ergebnis erfahren.

Zum krönenden Abschluss des Tages machen wir uns auf den Weg in "die Stadt", die man allerdings in Hafennähe vergeblich sucht. Allerdings gibt es eine kleine "Fressmeile". Dort finden wir auch ein spanisches Restaurant (mit Tanzfläche und Wersi-Combo inklusive dem zugehörigen Allein-Unterhalter).

Hier gibt es dafür aber echte Paella - und die ist tatsächlich nicht von schlechten Eltern: Mit Riesengamba, Fisch und Fleisch, was das Herz begehrt, in großer Pfanne zubereitet und am Tisch serviert: Fein! Vorweg gibt es selbstverständlich kanarische Kartoffeln mit Mojo.

  

Auf dem Weg zurück zum Schiff können wir noch einmal das Betten-Arrangement aus der Nähe bewundern:

  

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Tag 8: Mittwoch, 20.2. - Wal-Tag
Von Fuerte nach La Gomera

Heute geht es rüber zur nächsten kanarischen Insel: La Gomera. Diese Insel soll deutlich im Gegensatz zu den bisher gesehenen stehen. Fuerte und Lanzarote machten, zumindest von See her einen sehr trockenen Eindruck. Teilweise wurden wir nahezu an Mondlandschaften erinnert. La Gomera soll, besonders in den höher gelegenen Regionen besonders grün und bewaldet sein. Dies werden wir morgen überprüfen, da haben wir einen Landtag eingeplant.

Doch wie schon gesagt, heute erst einmal einen langen Schlag (78 sm) von Fuerte nach La Gomera. Damit wir das noch vor dem Dunkelwerden schaffen, geht es wieder um 5:00 los (Urlaub? - Zum Glück lässt mich die Crew in der Koje - wie schön, dass es Frühaufsteher gibt).
Unterwegs gibt es wieder Meerwasser-Unterhaltung, dieses mal sind es Unmengen kleiner Wale, die uns allerdings nur ganz kurz ihre Finne an der Oberfläche zeigen. Dies allerdings in einer so anmutigen, ruhigen Bewegung, dass man unweigerlich an Zeitlupenaufnahmen denken muss.


       

 

Schon beim Anlaufen der Insel hebt sich die Stimmung: keine Hotel-Bettenburgen sondern, so scheint es zumindest, eine gewachsene Bebauung am Hang.

 
Ich hab' immer noch nicht genug Bilder gesehen!
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Wir machen fest, genießen unseren Anleger und planen den Abend. Heute wollen wir "Thomas" besuchen, einen Gastwirt mit besonderen Ambitionen. Unser Skipper kennt ihn schon seit Jahren, schließlich hatte Jürgen hier früher eine Charteryacht liegen. Wenn "Thomas" gut drauf ist, greift er im Restaurant zur Klampfe und gibt kanarisches Liedgut zum Besten. Nun, wir werden sehen.

 

Für Walter's und unsere Crew wird kurzer Hand ein Tisch reserviert und um 20:00 lassen wir es uns gut gehen. Das Essen stimmt, der Preis auch, nur was ist mit Thomas? Er ist vermutlich gut drauf, aber nicht auf La Gomera. Thomas hat drei Wochen Urlaub. Wer hat ihm den nur genehmigt?

Abschließend machen wir, auf dem Rückweg zum Yachthafen, noch einen Abstecher in einer kleinen, dunklen, urigen Kneipe. Hier wird mit einem freundlichen Carlos angestoßen und dann geht's in die Koje:

 

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Tag 9: Donnerstag, 21.2. - Land-Tag
Einmal "Rund La Gomera"

Heute bleiben wir liegen - nicht weil wir müssen, sondern weil wir wollen. Wir mieten uns ein Auto beim ortsansässigen Autoverleih direkt am Jachthafen und nehmen uns vor, die Insel zu umrunden. Walter hat versprochen, uns die Highlights zu zeigen.

Die Runde um die Insel kostet uns im VW Polo lediglich 32 Euro und 9 Euro Benzin (denn hier kostet Sprit lediglich 81 ct.).

Wer uns bei der Rundfahrt begleiten will, ist herzlich eingeladen, die Bildergalerie zu öffnen (wie gehabt einfach hier oder auf eines der folgenden Bilder klicken).
 

Bilder-Galerie: Rund Gomera Teil I

     

      

     

Für noch mehr Gomera-Bilder hier klicken...
 

Für die Mittagspause hat Walter etwas ganz besonderes vorgesehen: Das Castillo del Mar. Vor mehreren hundert Jahren wurde diese Einrichtung an der Küste La Gomero's als "Bananen-Verlade-Station" errichtet.

Über einen großen Holz-Ausleger wurden die Waren transportiert. Sowohl die Bananen zum Verkauf als auch angelieferte Waren für die Einheimischen. Ohne diese Station wären die Gomerer ohne jeder Versorgungsmöglichkeit gewesen.

Gerade diese Ladebrücke wurde jedoch bei einem Sturm von der Brandung weggerissen. Anschließend verfiel das Bauwerk von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Bis vor ca. 25 Jahren ein deutscher Fotograf das Gebäude erwarb und wieder aufbaute. Dabei verwirklichte er, nach eigenen Worten, seine Kindheitsträume und Piratenambitionen. So einfallsreich ist das Castillo auch. Für ganz besonders romantisch veranlagte bietet es eine "Honeymoon-Suite" mit Glasdach.

Also sehen wir uns das Catillo mal an. Zunächst geht es durch das Portal auf die Außenterasse. Hier werden allmonatlich kulturelle Veranstaltungen mit Künstlern aus aller Welt durchgeführt: Musik, Theater, Gaukler und vieles mehr.

Oben begegnet uns der Besitzer "himself" und lädt uns ein, einen Informationsfilm über das Castillo zu sehen. Daher strotzt dieser Absatz auch von so vielen Details. ;-)

Auf der Terasse bietet ein Torbogen einen herrlichen Ausblick auf die gegenüber liegende Insel Teneriffa - natürlich bei schönem Wetter, nicht jedoch für uns.

 

Nach diesem Abstecher in die Piraten-Romantik genießen wir typisch gomerische Gerichte: Kanarische Kartoffeln, Salat mit Thunfisch, Bananen in Honig, venezuelischer Käsekuchen - na ja, wahrscheinlich nicht alles echt gomerisch. Aber auf jeden Fall sehr gut.

Anschließend machen wir uns wieder "auf die Socken" und es geht weiter um die Insel:

Bilder-Galerie: Rund Gomera Teil II

   

      

   

       


Der Hafen im Valle Gran Rey - von hier aus geht's weiter ...

           

Jetzt reicht es mir, noch mehr Bilder brauch' ich nicht!
OK! Wir haben auch keine mehr. Danke fürs Ansehen.
 

Die ausgiebige Runde um die Insel beträgt ca. 4 Stunden netto Fahrzeit, wir haben natürlich länger gebraucht. Nach dem Tagesausflug lädt uns unser Skipper zum "Captain's Dinner" mit drei  Gängen:

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Thunfischsalat mit frischem Tintenfisch

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Entrecaute-Steak, Weißbrot und geschmorte Pilze und Zwiebeln

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Caramelle-Flammeri

 

Marina La Gomera*
Liegeplatz 19,90 €
Strom incl.
Duschen Kostenlos
Nicht neu, aber gepflegt
Etliche WC's und Duschen

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Tag 10: Freitag, 22.2. - Doppelter Schluss
Regatta und Abschlusparty


Eine Hafeneinfahrt, betonnt, wie eine Flugzeug-Landebahn


Liebes La Gomera, leider hast Du Dich uns ja nicht
von Deiner Sonnenseite präsentiert.
So müssen wir Dich also im schattigen Z
ustand
hinter uns lassen.

Zum guten Schluss gibt es noch drei Highlights:

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Abschlussregatta mit spanischem Start*

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Abendessen (wie im Vorjahr erstklassig kanarische Folklore: Musik und Essen = Familienfest)

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Besuch eines englischen Pub in San Miguel - Urig, urlaubig und schräg

* Spanischer Start: Noch nie gehört? Eine Erläuterung kann am Ende des Törnberichtes nachgelesen werden.

Der Start der Regatta verläuft wie beim ersten Mal, nein, leider noch nervenzerfetzender: Nicht nur, dass wir bei Flaute aus dem Hafen fahren und nicht nur, dass die Sonne nicht scheint. Nein! Es regnet. Viel gibt es zu dieser Regatta auch nicht zu berichten. Fotos gibt es auch keine, was soll's. Der Start war das Highlight des Tages.

Vor uns liegt Teneriffa:
Der "Tinto" versteckt sich
immer noch hinter Wolken

Nach der Regatta:
Unser Schiff ist fertig zum Anlegen.

Im Hafen begegnet uns ein
"Ausflugsdampfer" der besonderen Art:

Der Abend - und damit die Gesamtveranstaltung - endet in einem kleinen Mini-Volksfest für uns Zug'reisten: Eine originale Folkloretruppe bietet den Musikalischen Hintergrund mit Volklieder der Kanaren. Ein Buffet mit Spanschwein (denn ein Ferkel ist das gewiss nicht mehr), kanarischen Kartoffeln, grünem und rotem Mojo und vielem mehr. Die Spanier: Supernett, familiär, man hat eher den Eindruck, auf einer Familienfeier als auf einem Charterevent zu sein. Zur Siegerehrung erhalten die ersten drei in der Gesamtwertung selbst gebastelte Kunstwerke. Bis auf unseren Walter, er hat das Überraschungslos gewonnen: Da es zwei Gesamtsieger gibt, erhält der eine ein Segelboot-Bild und Walter die "Rote Laterne". Ob den Veranstaltern bewusst ist, dass in der Regel der letzte die Rote Laterne bekommt?


Sieger-Ehrung

 Die Hafenbefeuerung:
 

Für unseren privaten Abschluss des Törns machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Wobei "Stadt" das falsche Wort ist, es ist eher eine Riesen-Ferien-Anlage. Dort stürzen wir uns in den ersten Pub, der uns über den Weg läuft. Es stellt sich heraus, das der Pub nicht nur äußerlich englisch wirkt, auch die Gäste scheinen durchaus von der Insel zu kommen. Für uns äußerst urig. Rot gebrannte Briten genießen im Atlantik-Raum ein wenig Heimat. Senioren-Pärchen tanzen zur Live-Musik. Und wir genießen Bier oder Carlos. Alles in allem ein netter Abschluss. Die meisten von uns verlassen die Lokalität so gegen 23:30. Beim Hinausgehen erleben wir die ersten Anzeichen des gehobenen Guinnes-Pegels bei den "Ausheimischen": Das weibliche Geschlecht macht sich auf den Weg, Crewmitglieder auf die Tanzfläche abzuschleppen. Und das überraschend energisch. Vermutlich wird es hier heute abend noch ordentlich rundgehen. Da wir morgen um 8:00 den Bus-Shuttle zum Flughafen erwischen wollen, verzichten wir auf die Feierlichkeiten.


Der Mond über dem Atlantik sagt uns "Gute Nacht" - und "Auf Wiedersehen"

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Tag 11: Samstag, 23.2. - Die Sonne geht auf
Jetzt geht's heimwärts
Na klar: Der letzte Tag und blauer Himmel. Nicht nur das, auch 'Tinto' kommt aus seinem Versteck: Ein schneebedeckter Gipfel.

Na ja, wollen wir uns mal nicht frusten lassen. Mit dem Golfplatz im Vordergrund: Ein herrlicher Blick, oder?

Im Flieger zurück teilen mir meine Sitznachbarn mit, dass es auf Teneriffa zwei Tage lang geregnet hat. Daran gemessen ging es uns ja noch recht gut.

Nach mehr als vier Stunden Flugzeit überqueren wir die Ruhr: Die Heimat ruft. Landung in Düsseldorf in ca. 15 Minuten. Das war's dann wohl endgültig.

Jetzt, während ich den Törnbericht fertig stelle, möchte ich lieber wieder zurück - Regen hin und Regen her:
Es war doch schon sehr schön.

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Resümee

Kanaren im Februar: Ein tolles Revier. Bis auf die zwei, wohl eher ungewöhnlichen Schattentage am Ende, angenehm warm. Wir haben uns prächtig erholt.

Die Regatta hatte alles in allem eher Unterhaltungswert als einen konkret sportlichen Schwerpunkt. So bleibt die Veranstaltung wohl eher ein Tipp für Leute, die sowohl die Kanaren kennen lernen wollen als auch ein wenig Regatta-Luft schnuppern möchten.

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Zugabe

Regatta-Wissen aktuell: Der "Spanische Start"

Unter "Spanischer Start" wird in der Regatta-Szene eine besonders dynamische Startvariante unter Verzicht jeglicher Betonnung verstanden. Besonders Empfehlenswert für kleine Regatta-Felder mit gemischt erfahrenen Crews.

Vorbereitungen
Benötigte Voraussetzungen sind ein bemanntes Fahrzeug als Startmarke mit einer flexibel denkenden Mannschaft an Bord. Um die Startmarke zeitnah und optimal zu positionieren, empfiehlt sich die Nutzung eines Katamarans, da er in der Lage ist, vor den startenden Yachten davon zu fahren. Die Regattaleitung teilt anstelle einer Startposition eine Start-Uhrzeit mit. Als Positions-Angabe wird lediglich festgelegt, an welcher Seite des Kats vorbeizusegeln ist.

Startvorgang
Die Yachten folgen nun dem Kat und achten auf die Zeit und das Startsignal. 5 Min. vor Start erschallt das erste Signal. Nun ist die Maschine auszuschalten und die Skipper haben Zeit, sich strategisch bis zum erschallen eines zweiten Signals vor dem Kat zu positionieren. Um das Regattafeld aufzulockern und den Start anspruchsvoller zu gestalten, lässt der Kat das Großsegel stehen und kreuzt eine beliebige Strecke auf und ab. Da der Kat schneller ist als die Yachten, entsteht somit ununterbrochen eine neue, unberechenbare Startsituation. Um voraus denkende Skipper ebenfalls zu irritieren, wird im Notfall die Maschine zu Hilfe genommen.

Der Start
Schließlich, ca. dreißig Sekunden vor dem Startsignal wählt der Kat eine beliebige Yacht aus dem Feld und fährt bis auf eine Bootslänge auf direktem Kollisionskurs auf die Yacht zu. Um die Stimmung zu heben wedeln die Crewmitglieder des Kats wild gestikulierend mit den Armen. Kurz bevor die ausgewählte Yacht das angesagte Manöver des letzten Augenblicks durchführt, schaltet der Kat die Maschine ein, umfährt die Yacht und gibt das Startsignal.

Resultat
Diese spezielle Startvariante zeichnet sich durch einige besondere Vorteile aus:

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Der Adrenalinspiegel der teilnehmenden Skipper-. und Crews steigt umgelehrt proportional zur Distanz zwischen der eigenen Yacht und dem Kat.

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Die resultierende Aufmerksamkeit verhindert Bruch, da jeder in jedem Moment auf alles gefasst sein muss.

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Yachten, die durch herkömmliche Regatta-Taktik an optimaler Startposition sind, finden sich nach dem erschallen des zweiten Startsignals plötzlich an letzter Stelle wieder.

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Regatta-Neulinge erhalten ungeahnte Chancen auf den Sieg, da sie durch die veränderte Startreihenfolge in der Regel weit vorn positioniert sind.

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Im großen und ganzen wird die Regatta spannender.

Optionen für die Zielposition
Die Regattaleitung vermeidet es möglichst lange, eine Zielposition festzulegen. Das Feld ist lediglich darüber informiert, dass das Ziel durch den Kat fixiert wird. Der fährt seinerseits voraus. Auf diese Weise wird vermieden, das Windrichtungen und Strömung strategisch genutzt werden können.

Der Joker
Nach 5 Seemeilen wird der Wind ausgeschaltet und die Regatta beendet. Die Positionen der Yachten werden per Funk an die Regattaleitung weitergegeben und dort gemäß der österreichischen Yardstick-Tabelle korrigiert.

Das glaubt mir keiner?
Ungelogen: so ist es passiert.
Na gut, ein wenig habe ich übertrieben:
Die Bonitos hat die Crew erst im Laufe des Tages gefangen.

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Stand: 07.03.08